FragtWarum der offene Brief

Dieser Brief geht an die Geschäftsleitung, den Aufsichtsrat und die Mitglieder des Kuratoriums der Aktion Mensch. Er ist zu Dokumentationszwecken offen einsehbar kann aber nicht mitgezeichnet werden. Die Exemplare dieses Briefes gingen heute Abend per Fax an die jeweiligen Empfänger.

Sehr geehrter Herr von Buttlar, sehr geehrter Herr Dr. Bellut , sehr geehrte Mitglieder der Geschäftsleitung, des Aufsichtsrates und des Kuratoriums der Aktion Mensch,

die Aktion Mensch möchte Menschen mit einer oder mehreren Behinderungen helfen, sie über Projekte unterstützen und legt großen Wert auf das Vorantreiben von Inklusion in Deutschland.

Ich wende mich als Mensch mit Behinderung in der Hoffnung an Sie, dass auch die Stimme der Menschen, für die Sie etwas erreichen möchten, gehört wird. Leider zeichnet sich in den letzten Wochen ab, dass dies eben nicht geschieht.

Die Fragen zu der Förderung einer umstrittenen Therapiemethode bei Autismus, Downsyndrom und anderen Behinderungen (ABA Applied Behaviour Analysis) werden vom Social Media Team und auch von Herrn Decker als Pressesprecher konsequent ignoriert. Es gab im November ein Expertengespräch an dem ich auch teilgenommen habe. Seit diesem jedoch werden weitere Emails und Hinweise ignoriert und nicht beantwortet. Ich fühlte mich auf eben dieser Veranstaltung von anderen Gästen Ihres Hauses körperlich und verbal bedrängt. Ich teilte dies Herrn Decker mit. Er reagierte nicht und hat sich seitdem auch nicht mehr bei mir gemeldet. Als Gastgeber sollte die Aktion Mensch anders reagieren.

Wir Autisten, Angehörigen und Menschen mit Bezug zur Thematik Inklusion fühlen uns Seitens der Aktion Mensch, deren Social Media Team, der Öffentlichkeitsarbeit und der Pressestelle mit unseren Bedenken und Sorgen nicht ernst genommen. Man redet über uns aber nicht mit uns. Dies kann so nicht weitergehen, passt es doch auch nicht zum Image der Aktion Mensch.

Aber überzeugen Sie sich selbst:

Lovaas, Begründer der umstrittenen Therapie, sagte folgendes:

“You see, you start pretty much from scratch when you work with an autistic child. You have a person in the physical sense—they have hair, a nose and a mouth—but they are not people in the psychological sense. One way to look at the job of helping autistic kids is to see it as a matter of constructing a person. You have the raw materials, but you have to build the person.”

Das geförderte Projekt äußert sich wie folgt:

“Es geht darum, dass die Kinder ihr gelerntes autistisches Verhalten vergessen und ein neues Verhalten erlernen”

„Um dem Kind möglichst viele, dem Lernen normaler Kinder vergleichbare Lernerfahrungen  zu ermöglichen muss die Therapie: […]
möglichst die gesamte Wachzeit nach einem Gesamtkonzept strukturieren (Lernen soll den ganzen Tag stattfinden).“

Passen solche Aussagen zum Leitbild und den Zielen der Aktion Mensch?

Zum Thema Inklusion schreibt die Aktion Mensch folgendes:

Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion.

In einer inklusiven Gesellschaft ist es normal, verschieden zu sein. Jeder ist willkommen. Und davon profitieren wir alle: zum Beispiel durch den Abbau von Hürden, damit die Umwelt für alle zugänglich wird, aber auch durch weniger Barrieren in den Köpfen, mehr Offenheit, Toleranz und ein besseres Miteinander.“

Indem die Aktion Mensch uns Autisten nicht zuhört und uns ohne Antworten stehen lässt, betreibt sie Ausgrenzung. Die Ausgrenzung von Menschen die darauf hinweisen, dass ein gefördertes Projekt einer Gruppe von Menschen mit Behinderung schadet. Indem sie uns ignorieren fördern sie eine Gesellschaft in der es nicht normal ist „verschieden zu sein“. Das Projekt möchte Autisten umerziehen. Das fördert Vorurteile, einen Normierungswunsch, schafft mehr Barrieren für uns und ist Alles in Allem keine Toleranz und definitiv kein Miteinander.

Als Mitglied der Geschäftsleitung, des Aufsichtsrates oder des Kuratoriums der Aktion Mensch sollten Sie sich dem Thema Inklusion verpflichtet fühlen. Es kann nicht in Ihrem Interesse sein, dass betroffene Menschen nicht gehört sondern solange ignoriert werden bis sie keine Kraft mehr haben und schweigen.

Ich wünsche mir, dass Sie sich dieser Herausforderung stellen und unsere Bedenken ernst nehmen. Stehen Sie für die Menschlichkeit ein die sie mit Ihrer Arbeit aktiv unterstützen möchten.

Ich bedanke mich für eine Antwort im Voraus und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Aleksander Knauerhase

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FragtWarum bekommt viele Gesichter

Heute (14.03.2016) geht die Aktion #FragtWarum in die dritte Woche. 15 Tage lang Schweigen als Antwort auf unsere Fragen.

Mit Autismus und dem Umgang mit uns Autisten fing es an

Bei #FragtWarum geht es um Menschlichkeit. Es geht darum Antworten zu bekommen auf Fragen die uns wichtig sind. Und ja, es geht auch um die Förderung von ABA durch die Aktion Mensch und warum sich diese immer damit rausredet neutral zu sein. Es geht um ein Zeichen gegen diese menschenunwürdige Therapie zu setzen und zu zeigen dass man sowas nicht fördern darf!

Manchmal hat man das Gefühl die Aktion Mensch wolle das alles bewusst aussitzen. Das funktioniert immer dann gut wenn man es mit einer unpersönlichen Masse zu tun hat. Hier geht es aber nicht um eine Aktion von kryptischen und nicht greifbaren „Nicks“ die sich im Internet verstecken. Wir sind Menschen! Natürlich kann man auch Menschen ignorieren. Passt das noch zum „Image“ der Aktion Mensch?

Wir sind Menschen, wir haben Fragen. Und um das zu zeigen geht #FragtWarum einen Schritt weiter:

Wir haben eine Tumblr Seite eingerichtet um Fotos hochladen zu können. Fotos der Fragesteller mit einem Schild oder Blatt Papier vor sich und dem Hinweis auf #FragtWarum. In der Hoffnung, dass wir endlich als Menschen und nicht als anonyme Masse wahrgenommen werden. Und eben auch um zu zeigen, dass wir nicht nur wenige sind die sich die Frage stellen:

„Warum, Aktion Mensch?“

Die Bilder erscheinen dann auf der Seite in einer Fotowall und werden auch bei Twitter mit dem Account Fragt_Warum verböffentlicht. Ihr könnt dabei selbstverständlich auch anonym bleiben (z.B. das Schild vor das Gesicht halten). Wir respektieren wenn sich jemand nicht öffentlich outen möchte.

#FragtWarum ist mehr als Autismus. Es betrifft alle!

Macht mit, setzt ein Zeichen und stellt Fragen. Akzeptiert nicht ein „wir sagen dazu nichts und sitzen das aus“ sondern hinterfragt genau das was derzeit abläuft. Fragt nach warum 250.000 Euro in Normierung und Umerziehung gesteckt werden wenn doch INKLUSION das Ziel der Aktion Mensch sein soll. ABA ist keine Inklusion, es ist menschenunwürdige Normierung. Und hinterfragt auch einmal ob nicht auch bei anderen Projekten und anderen Behinderungsformen vielleicht gar nicht so viel Inklusion drin steckt wie die Aktion Mensch und Wohlfahrtsverbände gerne draufkleben. Es geht hier nicht darum etwas zu zerstören, es geht darum Inklusionsprojekte zu fördern wo auch Inklusion drin steckt. Und zwar die Inklusion die FÜR Menschen mit Behinderung gemacht ist. Man darf nie vergessen:

Inklusion ist kein Gnadenakt den man, weil er gut gemeint ist, hinzunehmen hat und für den man dankbar sein muss! Auch Inklusionsprojekte können und müssen hinterfragt werden. Und das nicht nur bei Autismus. #FragtWarum betrifft alle Menschen mit Behinderung und alle Arten von Behinderungen.

Wir sind Menschen und das zeigen wir nun!

Aleksander

 

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Warum?

Im Hilfeschrei sind fast täglich neue Informationen und Quellen/Belege zu ABA und vorallem dem Menschenbild und der Praxis hinzugekommen.

Je mehr ich kämpfe und auf das Unrecht aufmerksam mache umso mehr stellt sich mir eine Frage: Warum ist es so vielen Menschen egal?

Warum ignoriert uns die Aktion Mensch?

Warum müssen wir uns immer wieder dafür rechtfertigen, dass wir ABA bekämpfen?

Eine Bitte an meine Leser: Stellt diese einfache Frage an die Aktion Mensch. Fragt sie: „Warum?“. Bei Twitter, bei Facebook, wo immer Ihr auf die Aktion Mensch trefft. Es kostet Euch nur ein paar Sekunden. Verwendet den Hashtag #FragtWarum um auf diese Aktion aufmerksam zu machen. Ich denke wir alle haben ein Recht darauf zu erfahren warum die Aktion Mensch ABA Projekte fördert und die Bedenken der Autisten dabei schnell mal ignoriert.

Auf uns Autisten hört man nicht, unsere Fragen verhallen im Nichts. Wenn viele nach dem „Warum“ rund um die ABA Förderung fragen können wir vielleicht etwas bewegen.

Wir brauchen Euch! Bitte helft mit!

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Hilfeschrei

Ich tue mich schwer damit diesen Blogpost zu schreiben. Um Hilfe bitten fällt mir nicht leicht und alles was ich in meiner Arbeit gegen die ABA Lobby erlebt habe war schmerzhaft und prägend. Ich sehe aber keine andere Möglichkeit mehr und darum schreie ich nun verzweifelt um Hilfe. Nicht nur in meinem Namen sondern für all die Autisten, Eltern und aktiven Menschen die sich konstant gegen ABA aussprechen und sehr viel Zeit und Kraft aufwenden um zu zeigen was wirklich hinter ABA steckt.

Auch wenn wir viele sind die sich hier engagieren: Unsere Kraft ist begrenzt.

In Namen des „Kindwohles“ von autistischen Kindern wird immer mehr eine „Therapie“ angewandt die sich Applied Behavior Analysis (ABA) nennt.

Wie sowas aussieht? Schaut selbst

Durchgeführt an einem dreijährigen Autisten durch eine zertifizierte ABA Therapeutin. Nun stellt Euch bitte vor, dass das 40 Stunden die Woche und mehr mit autistischen Kindern gemacht wird. Auf den Seiten des IfA (Institutes für Autismusforschung) steht  sogar:

„Um dem Kind möglichst viele, dem Lernen normaler Kinder vergleichbare Lernerfahrungen  zu ermöglichen muss die Therapie: […]
möglichst die gesamte Wachzeit nach einem Gesamtkonzept strukturieren (Lernen soll den ganzen Tag stattfinden).“

Quelle: http://ifa-bremen.de/bet-info2015.pdf

Wer nun denkt sowas gibt es in Deutschland nicht sollte sich dieses Video anschauen:

Videobeispiel ABA

Es ist zwar in Englisch stammt aber von Robert Schramm der in Deutschland ABA kommerziell anbietet.

Ein weiteres Video von Robert Schramm auf deutsch:

https://www.youtube.com/watch?v=V0jBdBabBMA

Das Kind MUSS immer wieder trinken um kurz spielen zu dürfen. Kein trinken => Spielzeug wird weggenommen. Wenn das Kind dann trinkt wird es ausdauernd damit „belohnt“ angefasst zu werden. Kein Respekt vor den Grenzen des Kindes. Sucht das Kind Trost bei der Mutter….bekommt es: Nichts. Es wird ignoriert. Wir nennen das schlicht: Liebesentzug!

Das ist übrigens kein Horrovideo von ABA Gegnern sondern eines von einem ABA Anbieter eingestelltes „Präsentations“ Video!

Wer „therapiert“ hier eigentlich? Und wie ist die Ausbildung?

Auch die Aktion Mensch beruft sich ständig darauf, ABA sei eine anerkannte Therapieform. Wie kann eine anerkannte Therapie von Menschen durchgeführt werden die keine Therapeuten sind? Bei ABA kommen vorallem die Eltern zum Einsatz. Das hier ein massiver Interessenskonflikt besteht sieht keiner. Immerhin gibt man Eltern die Werkzeuge eines Therapeuten an die Hand mit denen sie ihre eigenen Interessen umsetzen können. Diese sind nicht immer deckungsgleich mit denen des Kindes!

Dazu kommt, siehe auch den Aushang weiter unten, dass Studenten angeheuert werden um als Co Therapeuten zu arbeiten. Es ist hochgradig zweifelhaft ob ein Student in einem Schnellkurs erlernen kann was Autismus ist. Wichtiger noch: Wenn selbst ausgebildete Fachleute nach jahrelanger Arbeit mit Autisten sagen sie verstehen die autistische Wahrnehmung nicht, wie können das dann Studenten nach einem Crashkurs? Hier geht es nicht um das Verständnis von Autismus und was hinter autistischem Verhalten steht. Hier geht es ausschliesslich um das Vermitteln von ABA Methoden um einen Autisten in seinem Verhalten zu normieren!

Die AVT Grundausbildung der „Co-Therapeuten“ umfasst übrigens ganze 6 Seminartage im Zeitraum von 6,5 Monaten:

Das geförderte Projekt sucht Co Therapeuten die eine Grundausbildung in der Therapieform bekommen. 3 Termine von Mai bis Dezember 2016. Gesamt 6 Tage.

Quelle: Aushang des IfA an der Uni Hamburg, bei den Erziehungswissenschaften

Bitte beachten Sie Punkt 4: Therapiemethoden zum Abbau von Problemverhalten. Durch den Einsatz von Co-Therapeuten ist hier dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet.

Bei 6,5 Monaten Ausbildungszeitraum beträgt die Projektgesamtdauer übrigens 8 Monate:

Die Projektdauer beträgt 8 Monate.

Quelle: Aushang des Ifa an der Uni Hamburg, bei den Erziehungswissenschaften

 

Wenn Sie sich fragen wie man an solche Co-Therapeuten heran kommt? Beim geförderten Projekt anscheinend nicht. Eine Mutter suchte -wie verzweifelt muss man sein- sich den Co-Therapeuten für Ihr autistisches Kind bei Ebay-Kleinanzeigen!

Anonymisierter Auszug aus einer Email die auf die Anzeige reagierte:

>>> Gesendet: Donnerstag, 10. Juli 2014 um 12:17 Uhr
>>>> Von: anonymisiert@mail.ebay-kleinanzeigen.de
>>>>
>>>> Betreff: Nutzer-Anfrage zu Ihrer Anzeige „Weiterbildung (Ausbidung) zum Autismus-Therapeuten“
>>>> Anfrage zu Ihrer Anzeige
>>>>
>>>> Lieber Nutzer!
>>>>
>>>> Ein Interessent hat eine Anfrage zu Ihrer Anzeige gesendet:
>>>> ‚Weiterbildung (Ausbidung) zum Autismus-Therapeuten‘
>>>> Anzeigennummer: 199885634
>>>>
>>>>
>>>> Guten Tag,
>>>>
>>>> suchen Sie noch Co-Therapeuten für Ihren Sohn?
>>>> Mein Name ist XXX, XX Jahre jung, Stiefmutter einer x-jährigen Asperger-Autistin und bin selbst auch Autistin mit Hochbegabung und Hochsensibilität. Nachdem ich mich intensiv mit Autismus beschäftigt habe, möchte ich nun beruflich anderen Betroffenen helfen und fände die Arbeit als Co-Therapeutin Ihres Sohnes sehr interessant.
>>>> Geht es dabei um die ABA-Verhaltenstherapie?
>>>>
>>>> Mit freundlichem Gruß,
>>>> XXX
>>>>
>>>> Artikel bereits verkauft? Löschen Sie Ihre Anzeige und informieren alle Interessenten, dass der Artikel bereits verkauft ist.

Als Antwort kam dann folgendes:

>>> Von: „YYY über eBay Kleinanzeigen“ <anonymisiert@mail.ebay-kleinanzeigen.de>
>>>> Datum: 10.07.2014 14:24
>>>> Betreff: Aw: Nutzer-Anfrage zu Ihrer Anzeige „Weiterbildung (Ausbidung) zum Autismus-Therapeuten“
>>>> An: <anonymisiert@gmail.com>
>>>> Cc:
>>>>
>>>> Guten Tag, XXX!
>>>>
>>>> Vielen Dank für Ihr Interesse!
>>>> Im Anhang schicke ich Ihnen ein paar Informationen zum Training. Einmal ist das die Beschreibung des Vorgänger-Trainings BET, das als Grundlage für jetztige Training gilt und einen guten Überblick schafft. Das Zweite ist eine Broschüre zu den Voraussetzungen der Co-Therapeuten.
>>>>
>>>> Der Bewerbungsprozess für die Co-Therapeuten läuft noch bis zum 20 Juli, danach findet die Auswahl durch das Bremer Institut für Autismusforschung statt.
>>>>
>>>> Nachdem Sie Sich die mitgeschickten Unterlagen durchlesen und immer noch Interesse haben, würden wir uns freuen, Sie zu uns nach Hause einzuladen und kennenzulernen.
>>>>
>>>> Viele Grüße
>>>> YYYY

Man müsste nun denken Quergedachtes macht auf Postillion. Leider nein. Hier wurde jemand über Ebay-Kleinanzeigen gesucht der eine „Ausbildung zum Autismus Therapeuten“ macht um dann das eigene autistische Kind von diesem Menschen therapieren zu lassen. Ist das der Weg den man bei einer anerkannten Therapie gehen muss?

Die Aktion Mensch wurde übrigens im Juni 2015 von diesem Umstand informiert.

>>> Von: Beatrix Schweigert <anonymisierte@Emailadresse>
>>> Datum: 26. Juni 2015 um 10:56:57 MESZ
>>> An: „xxxx.yyyy@aktion-mensch.de“ <xxxx.yyyy@aktion-mensch.de>
>>> Betreff: Wtr: Aw: Nutzer-Anfrage zu Ihrer Anzeige „Weiterbildung (Ausbidung) zum Autismus-Therapeuten“
>>> Anbei die Email
>>>
>>> Grüße,
>>> mädel

Die Empfängeradresse bei der Aktion Mensch ist dem Autor bekannt.

Passiert ist nichts, die Aktion Mensch bleibt -in Ihren Augen- neutral. Die Geschichte kann man im Blog Innerwelt nachlesen.

Warum hat die Aktion Mensch hier nicht angefangen an der Seriosität dieser „anerkannten“ Therapie zu zweifeln? Das bleibt unergründlich.

In den USA wurden sogar schon Kinder als Co Therapeuten eingesetzt. Kann das eine anerkannte und ethisch vertretbare Therapie sein?

Die Gedankenwelt hinter ABA

ABA Befürworter verhalten sich unlogisch. Einerseits, wenn es um die schädlichen Praktiken von Lovaas geht, distanzieren sie sich schneller als man gucken kann von Lovaas.

Geht es jedoch um die wissenschaftlichkeit ihrer „Wissenschaft ABA“ wird Lovaas an erster Stelle genannt. Ein Artikel von Benjamin Falk hat sich mit diesem Thema beschäftigt und zeigt wie wissenschaftlich ABA wirklich ist.

Auch in der Werbung für ABA Angebote greift man sehr gerne auf die Referenz Lovaas zurück:

„Das BET (Anmerkung des Bloggers: Bremer Eltern Training) wurde 2002 von H. und R. Cordes nach dem wissenschaftlich evaluierten „Young Autism Project“ (Prof. Lovaas, Kalifornien) entwickelt und stellt ein für Deutschland neuartiges Frühförderkonzept für autistische Kinder dar.“

Quelle: http://www.ifa-bremen.de/ifa_flyer_neu.pdf Seite 6

Um zu zeigen welche Gedankenwelt hinter ABA steckt, anbei ein Artikel über Lovaas, seine Arbeit und wie er Autisten sah:

Screams, Slaps and Love (Englisch und belastend! Danke an Felicea für den Hinweis)

1974 äußerte Lovaas folgendes:

„You see, you start pretty much from scratch when you work with an autistic child. You have a person in the physical sense—they have hair, a nose and a mouth—but they are not people in the psychological sense. One way to look at the job of helping autistic kids is to see it as a matter of constructing a person. You have the raw materials, but you have to build the person.“

Quelle: Psychology Today, Januar 1974 (danke an fotobus für die Quelle)

Übersetzung dieses Zitats:

„Sehen Sie, Sie beginnen eigentlich ganz von vorne, wenn Sie mit einem autistischen Kind arbeiten. Sie haben eine Person im physischen Sinne vor sich – sie hat Haare, eine Nase und einen Mund–, aber es ist kein Mensch im psychologischen Sinne. Ein Weg, die Aufgabe zu betrachten, autistischen Kindern zu helfen, ist, es so zu sehen, dass man einen Menschen konstruiert. Sie haben das Rohmaterial, aber Sie müssen die Person erbauen.“

Das mag 1974 gewesen sein, Lovaas hat aber bis zu seinem Tod solche Meinungen geäußert. Für Lovaas waren autistische Kinder keine Menschen sondern Rohmaterial das noch zu Menschen „geformt“ werden muss.  Einiges kann man hier nachlesen, der gesamte Artikel ist lesenswert.

Und hier noch ein Artikel über Prof. Hans E. Kehrer und wie er Autisten sieht:

Leere Festung (deutsch, belastend. Danke an Zarinka für den Hinweis)

Prof. Hans E. Kehrer ist übrigens der Gründer vom „Institut für Autismusforscung Hans E. Kehrer e.V.“ Dieses Institut und Ihr ABA Ableger wird übrigens von der Aktion Mensch aktuell mit 249.591 Euro gefördert.

Förderungsbeschreibung auf der Seite der Aktion Mensch. Gefördert wird das Institut für Autismusforschung Bremen mit 249.591 Euro.

Förderung des Institut für Autismusforschung mit 249.591 Euro durch die Aktion Mensch

Quelle: Aktion Mensch Karte (Symbol in der Karte anklicken)

Anbei noch ein Screenshot aus einer öffentlich zugänglichen Präsentation über ABA Grundlagen. Sexuelle Stimulation, auch wenn es hier nur der theoretischen Darstellung und Auflistung von Verstärkern dient, als Verstärker zu nennen halte ich in Bezug auf ABA und den Umgang vorallem mit autistischen Kindern für sehr bedenklich. Wer nun denkt „Die primären Verstärker kommen bei ABA nicht zur Anwendung“ den muss ich enttäuschen. Trinken, Essen und Wärme kommen in der Praxis zum Einsatz. Zumal in der Folie auch steht: Ein vormals neutraler Stimulus wird durch wiederholtes Zusammenbringen mit einem primären verstärker zum konditionierten Verstärker (Anmerkung: die bei ABA benutzt werden). Man braucht also durchaus die primären Verstärker für ABA.  Wie kann man dann Sauerstoff und Sexuelle Stimulation als solche benennen?

Zwei Folien eines Vortrages über ABA Grundlagen. Aufgeführt wird auch Sexuelle Stimulation als Teil der unkonditionierten Verstärker

Sexuelle Stimulation als Beispiel für Verstärker in der Konditionierung

Quelle: http://www.bbw-rv.de/fileadmin/bbw-rv/pdf/FachtagAutismus2011/aba_grundlagen_ravensburg.pdf

ABA ist eine Umerziehung und keine Inklusion!

Frau Dr. Ragna Cordes, Mitglied des IfA und Anbieterin des Bremer Elterntrainings (BET), in einem Artikel:

„Es geht darum, dass die Kinder ihr gelerntes autistisches Verhalten vergessen und ein neues Verhalten erlernen“

Quelle: http://www.pressedienst.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen183.c.4257.de

Solche Projekte werden, unter dem Deckmantel für Autisten nur Gutes zu wollen, mit sehr viel Geld unter anderem von der Aktion Mensch (BET des IfA: 249.591 Euro) gefördert.

Wenn Autisten nun ihre Stimme erheben und etwas gegen ABA sagen werden wir von den Lobbyisten massiv bedrängt und diskreditiert. Seitens Knospe ABA spricht man uns die Kompetenz in Sachen Autismus ab. Uns Aktivisten wird Hetze unterstellt wenn wir unsere Rechte einfordern und man versucht uns mundtot zu machen. Mit Strafanzeigen wird gedroht wenn wir öffentlich machen wie mit Autisten umgegangen wird. Mir und einer anderen Bloggerin legte man nahe „wir sollten aufpassen was wir bloggen“. Ich wurde bei einer Veranstaltung der Aktion Mensch von Prof. Dr. Röttgers und Herrn Cordes (Beide IfA) verbal und körperlich in die Zange genommen. Ich konnte mich alleine aus dieser Situation nicht mehr befreien!

Wir haben viel versucht aber irgendwann ist die Kraft am Ende. Es werden gezielt die Schwächen von Autisten von den Menschen ausgenutzt die für sich in Anspruch nehmen sich mit Autismus auskennen. Man bedrängt uns körperlich und verbal, wendet unsere Argumente gegen uns und unterstellt uns wir würden das Leid der autistischen Kinder missachten. Letzteres sogar ganz offen im Blog der Aktion Mensch:

Claus Lechmann, psychologischer Psychotherapeut und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Leiter des AutismusTherapieZentrums Köln, das eine eigene ABA-Abteilung hat, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von autismus Deutschland e.V.:

(…)

Die Kritik am ABA-Ansatz kumuliert in dem Vorwurf, hier gehe es um eine Umerziehung ähnlich wie früher bei Linkshändern. Dieser Vergleich missachtet aus meiner Sicht die extreme Not von Kindern mit frühkindlichem Autismus. 

Quelle: https://www.aktion-mensch.de/blog/beitraege/engagierte-diskussion-ueber-aba-therapie.html

Neutralität der Aktion Mensch

Die Aktion Mensch beruft sich immer wieder auf eine Neutralität. Nur gibt es diese? Ist es thematische Neutralität, wenn nach der Diskussion die drei Parteien ein Limit von 1000 Zeichen für den Aktion Mensch Blog bekommen aber für eine Partei dieses nicht gilt? Herr Lechmann bekam fast 1500 Zeichen und damit gut 50% mehr Platz im Vergleich zu mir und meinen Argumenten.

Ich unterrichtete Herrn Decker  -Pressesprecher der Aktion Mensch- nach dem Treffen per Email u.a. darüber dass ich mich körperlich und verbal bedrängt gefühlt habe. Er hielt es nichtmal für angemessen auf diese Punkte zu antworten.

Ist es Neutral, wenn das Social Media Team der Aktion Mensch anfängt andere Twitteruser per privater Nachricht „Informationen zu ABA“ (der Bericht im Aktion Mensch Blog) anzuschreiben? Ist das transparentes und neutrales Verhalten? Warum diese für andere User unsichtbaren Aktionen? Wenn man doch „nur“ Informationen verteilen möchte? Zudem die Userin die Aktion Mensch nicht direkt angeschrieben bzw Kontakt aufgenommen hat. Es wurden Tweets von uns retweetet und ge“herzt“.

Aktion Mensch schreibt auf Twitter User per Direktnachricht an. Inhalt: Hallo, hier kannst du dich bei uns über die ABA-Diskussion informieren. Es folgt ein Link zum Aktion Mensch Blog. Die Nachricht endet mit: Viele Grüße, Sven (sst)

Aktion Mensch schreibt auf Twitter User per Direktnachricht an

Ist es neutral, wenn das geförderte Projekt Aushänge macht auf denen oben links (und da fängt man in diesem Kulturkreis an zu lesen) ein großes Aktion Mensch Logo prangt? Hier wird mit der seriosität der Aktion Mensch geworben. Damit kann die Aktion Mensch nicht neutral sein!

Aushang des IfA mit dem CO-Therapeuten gesucht werden. Das sind hier Studenten die einen Crashkurs in ABA erhalten und dann Kinder Therapieren sollen. Oben links ist ein ganz großes Logo der Aktion Mensch

Aushang des IfA mit dem CO-Therapeuten gesucht werden

Wir brauchen Eure Hilfe. Für die Autisten in Deutschland und die autistischen Kinder die eine kindgerechte Kindheit haben sollen.

Liebe Eltern: Möchtet Ihr, dass Euer Kind so „behandelt“ wird? Stellt Euch vor es wäre Euer Kind. Was fühlt Ihr?

Liebe Autisten: Erklärt was hier falsch läuft für alle die es nicht sehen. Zeigt auf wie hier mit Kindern umgegangen wird.

Liebe Aktivisten: Bitte verbreitet diesen Hilfeschrei. Helft uns dass diese Art autistische Kinder zu „behandeln“ nicht noch mehr Boden in Deutschland bekommt. Hier werden Kinderseelen gebrochen und Autisten auf gesellschaftliche Norm getrimmt. Das ist keine Inklusion. Bitte erhebt Eure Stimme mit uns gegen dieses System aus Normierung und Geldmacherei. Wir können nicht mehr.

Liebe Menschen: Schaut hin und nicht weg. Zeigt Empathie mit uns Autisten und setzt ein Zeichen für unsere Rechte und die Rechte der autistischen Kinder.

Bitte helft uns!

Aleksander

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Brief einer Mutter

Dies ist ein Gastbeitrag!

Es ist ein Brief einer Mutter an Autisten, den ich an dieser Stelle gerne veröffentliche.

 

Ihr lieben in der Öffentlichkeit stehenden, erwachsenen Autisten,
diesen Brief zu schreiben, ist mir schon länger ein Bedürfnis; ihn jetzt tatsächlich zu verfassen, wird mir, je mehr ich in die öffentliche Diskussion schaue, zur Notwendigkeit. Ihr erfahrt für alles, was ihr sagt oder nicht sagt, tut oder nicht tut, ständigen, allseitigen und andauernden Gegenwind. Dieser Brief soll euch Rückenwind sein.
Ihr wollt mit dem, was ihr tut, andere an eurem Leben teilhaben lassen, die Akzeptanz verbessern, Aufklärung betreiben, Inklusion voranbringen, Unrecht überwinden, Vorurteilen entgegenwirken, besserere Umstände für Betroffene schaffen. All das tut ihr. Ihr tut, ganz nebenbei, aber noch etwas: Ihr helft UNS. Wir, das sind Eltern von autistischen Kindern.
Ihr helft uns, das für uns oftmals unverständliche Verhalten unserer Kinder besser zu verstehen, indem ihr es in für uns verständliche Worte übersetzt.
Ihr helft uns, besser in die Welt unserer Kinder eintauchen zu können und zu verstehen, was mit unseren Kindern los ist, indem ihr nicht müde werdet, diese Welt zu erklären.
Ihr helft uns, uns in unserem Blick auf unsere Kinder weg von der Defizithin zur Ressourcenorientierung zu bewegen.
Ihr helft uns, die Bedürfnisse unserer Kinder besser erkennen zu können.
Ihr helft uns, uns in schwierigen Situationen für unsere Kinder stark machen zu können.
Ihr helft uns, das Verhalten unserer Kinder anderen Menschen erklären zu können und für sie für Akzeptanz zu kämpfen, indem wir auf wirkliche Experten, auf euch, verweisen können.
Ihr helft uns, uns gegenüber selbsternannten Experten für unsere Kinder und deren Bedürfnisse einzusetzen.
Ihr helft uns, unzählige Overloads, Meltdowns und Shutdowns unserer Kinder zu vermeiden, die ohne euch und eure Aufklärungsarbeit unvermeidbar gewesen wären.
Ihr helft uns, unseren Kindern in den auftretenden Overloads, Meltdowns und Shutdowns beistehen zu können, indem ihr uns Handlungsmöglichkeiten aufzeigt.
Ihr helft uns, uns weniger Sorgen um die Zukunft unserer Kinder zu machen, indem ihr großartige Vorbilder darin seid, wie ein Leben mit Autismus aussehen kann.
Mit jedem Buch, jeder Reportage, jedem Interview, jedem Artikel, jedem Blogeintrag, jeder Zeichnung und jedem Gespräch helft ihr uns, unseren Kindern bessere Eltern zu sein.
IHR seid nicht nur die Ally unserer Kinder, ganz nebenbei seid ihr auch noch UNSERE Ally!
DANKE!

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Autist? Mensch!

2015 ist noch nicht lange Geschichte. Für mich ein Grund mal laut darüber nachzudenken was mir letztes Jahr so passiert ist. Ja das könnte hier ein RANT werden. Nicht weil ich undankbar oder unzufrieden bin. Nein. Weil ich immer deutlicher merke, dass es manchmal sehr deutliche und schmerzende Forderungen braucht um aufzurütteln und etwas zu bewegen.

Es gibt vieles was mich aufregt und es fällt mir wirklich schwer bei manchen Punkten nicht unvorstellbar wütend zu werden. Und genau deshalb werde ich nicht schweigen!

Warum muss ich mich als Autist rechtfertigen wenn ich Menschen- und Behindertenrechte einfordere und Verstöße kritisiere?

Warum darf man, unter dem Deckmantel des „Wohles für autistische Kinder“ andere ethische Maßstäbe an Therapien und Behandlungen anlegen wie bei anderen Menschen?

Warum muss ich mir als Autist gefallen lassen, dass man meine Diagnose in Frage stellt bloß weil ich aktiv bin und mich „erwartungsgemäß“ artikulieren kann?

Warum werden Autisten nicht „für voll“ genommen wenn es um ihre Rechte und Ihr Leben geht?

Warum werden Autisten immer noch nicht gefragt wenn es über sie, ihre Bedürfnisse und ihre Zukunft geht?

Warum wird von mir als Autist erwartet, dass ich möglichst kostenlos/billig arbeite?

Warum ist eine Weiterbildung von Menschen inhaltlich mehr wert weil deren Organisation eine „Zertifizierung“ hat?

Warum denkt immer noch kaum jemand bei den Worten „Barrierefreiheit“ und „Inklusion“ an Menschen mit einer seelischen Behinderung?

Warum darf immer noch eine Lobby von nichtautistischen Menschen darüber entscheiden was gut oder schlecht für Autisten ist, welche Bedürfnisse sie haben und wie Fördergelder im Bereich Autismus verteilt werden?

Warum werden nichtautistische Menschen als Experten für Autismus angesehen und Autisten ignoriert?

Es reicht!

Gebt Autisten die ihnen zustehenden Menschen- und Behindertenrechte. Und das nicht nur auf dem Papier!

Bezieht uns in die Entscheidungen die uns betreffen ein. Und das nicht nur pro Forma!

Seht uns als gleichwertige Menschen und behandelt uns auch so. Und das nicht nur als Lippenbekenntnis!

Akzeptiert, dass Autisten am besten wissen was Autismus bedeutet. Hört uns zu und lasst uns nicht nur reden!

Fangt endlich an, wenn Ihr über Inklusion und Barrierefreiheit redet, auch an seelische Behinderungen zu denken. Diese Themen betreffen nicht nur körperlich behinderte Menschen!

Beendet das destruktive und uns klein haltende Defizitdenken wenn es um Autisten und ihre Möglichkeiten geht. Seht die Stärken des Individuums und fördert diese!

Hört endlich auf als gutbezahlte „Experten“ über uns und Autismus zu reden. Akzeptiert die Innensicht und den Fakt dass nur Autisten eben diese haben können!

Die Aus- und Weiterbildung über Autismus darf nicht weiter ausschließlich von nichtautistischen Menschen, Organisationen und ihren Interessen geprägt werden! Bezieht Autisten verpflichtend ein!

Hört damit auf ein System zu finanzieren das mit dem „Leid der autistischen Kinder“ wuchert und zeitgleich Autisten ignoriert, diskreditiert und bloßstellt sich nach außen hin aber wohltätig und gütig gibt. Der Zweck heiligt nicht die Mittel!

Eine lange Liste? Vielleicht. Fangt damit an uns als Menschen zu sehen. Und fragt Euch anschließend warum Ihr „Experten“ zuhört die nicht wissen können was Autismus für einen Menschen bedeutet weil sie keine Autisten sind!

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Wir schweigen nicht!

Der dritte Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Gibt es einen passenderen Tag um zu zeigen, dass wir Menschen mit Behinderung nicht schweigen werden? Dass wir unsere Rechte nach der UN-BRK einfordern, auch unbequem sein können und ganz sicher keine „arme Seelen“ sind? Viele Aktivisten die für ihre eigenen Rechte und die andere Menschen mit Behinderung kämpfen werden immer noch belächelt, getätschelt und letztendlich nicht für vollwertig angesehen. Einigen, ich bin da kein Einzelfall, möchte man dann auch noch vorschreiben dass wir aufpassen sollen was wir sagen oder schreiben um anderen Menschen mit einer Behinderung nicht zu schaden.

Das muss aufhören! Wir sind nicht alleine, wir lassen uns nicht schwächen und wir haben ein Recht darauf dass man mit uns redet.

Mein Aufruf lautet daher: Zeigt Eure Aktivitäten, seid laut und schweigt nicht. Setzt ein Zeichen dafür, dass wir nicht alleine und schwach sind. Übermittelt die Botschaft: Wir schweigen nicht!

Wie könnt Ihr das tun?

Nutzt den Hashtag #WirSchweigenNicht in den sozialen Medien, bloggt über Euer Engagement für Menschen mit Behinderung und signalisiert eines: Wer uns einen Maulkorb verpassen oder bevormunden möchte erreicht nur eines: Wir werden noch lauter!

Bitte tragt diese Botschaft weiter, es ist wichtig dass wir laut werden. Der dritte Dezember hat nur 24 Stunden, eine Behinderung verschwindet nicht am vierten Dezember sondern bleibt 365 Tage in jedem Jahr das wir leben. Und auch unser Einsatz geht weiter!

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