Das wahre Gesicht, eine Chronik des Grauens

Wichtiger Hinweis: Wer diesen Blogpost  rebloggt und kommentiert muss damit rechnen, dass Frau Klemm um Löschung bittet. So geschehen im Blog von Sabrina Stolzenberg. Rebloggen also auf eigene Verantwortung!

Ich stecke eigentlich mitten in meiner Vorbereitung für eine Reise. Ich werde als Gast und Zuhörer in Nürnberg an einer Veranstaltung von Autismus Mittelfranken teilnehmen. Thema:

„Autismus-Therapie im Spannungsfeld zwischen Evidenzbasierung und Lebensqualität“

Übrigens entstanden aus der Stellungnahme des Vorstandes von Autismus Mittelfranken zum Thema ABA (Applied Behavior Analysis, eine Form der Verhaltenstherapie die bei Autisten angewandt wird und sehr zeitintensiv praktiziert wird).

Ich wurde dann heute auf die Facebookseite von Autismus Karlsruhe hingewiesen. Hier wurde die Seite bzw. der Verein über die Facebook eigene Funktion mit einem Stern bewertet

Kommentar: Widerlicher Verein der ABA promoted

Gut, nicht jeder würde es so ausdrücken, aber es ist eine Meinung. Und das Autismus Karlsruhe ganz vorne beim Thema ABA dabei ist, ist kein Geheimnis.

Frau Klemm, ihres Zeichens ehemalige Vorsitzende des Vereines, reagierte auf diese Bewertung die NICHT von mir stammt wie folgt:

„Sehr geehrter Herr Kummer, in welchem Kontakt stehen Sie zu dem Verein. Haben Sie persönliche Erfahrungen mit ABA gemacht und warum bezeichnen Sie den Verein als widerllich.“

Es folgt ein Link zu folgendem Zeitartikel

Um es kurz zu machen: Der Artikel handelt von extremistischer Gewalt und rechtsradikalen Brandanschlägen auf Flüchtlingsheime.

Was will Frau Klemm uns damit sagen? Dass Kritiker nur „Scheiße im Kopf“ haben (Titel der verlinkten vierten Seite)? Oder doch, dass Autisten die sich gegen ABA aussprechen extremistisch sind? Alleine schon dieser Link kann als Provokation empfunden werden.

Herr Kummer antwortete dann für mich nachvollziehbar:

„Weil es sich bei ABA um eine von den meisten Autisten abgelehnte Menschenrechtsverletzung handelt…“

Frau Klemm antwortet dann (in Auszügen) folgendes:

„Sehr geehrter Herr Kummer, wahrscheinlich sind Sie ein Mensch mit Autismus und vielleicht nicht in der Lage, die Konsequenzen Ihres Handelns einzuschätzen.“

Wieso ist jemand der ABA Kritisiert wahrscheinlich Autist? Und warum wird dem Kommentator unterstellt dass er evtl. nicht in der Lage ist die Konsequenzen seines Handelns einzuschätzen? Etwas das sich, wenn man die Kommentare weiter verfolgt, eigentlich Frau Klemm fragen sollte.

„Ihre Aussage ist inhaltlich falsch, da es sich bei ABA um eine Naturwissenschaft handelt, die sich mit dem Verhalten von Lebewesen, z.B. Ihnen beschäftigt. Es handelt sich um Verhaltentherapie im weiteren Sinne.“

Ja was denn nun? Ist ABA eine eigene Disziplin der Naturwissenschaft? Oder doch eher eine Therapie(form) und damit Teil der Psychologie als wissenschaftliche Disziplin? Für mich widerspricht sich das.

Sam Becker ergriff danach das virtuelle Wort und verdeutlichte nochmal warum es Autisten gibt, die ABA ablehnen und warum sie dies tun. Ein Auszug davon:

„Es gibt auch nicht nur vereinzelte autisten die sich gegen ABA zu recht zur wehr setzen, sondern mittlerweile schon ganz viele. ABA Therrapeuten täten gut daran endlich diesen heute erwachsenen autisten zu zu hören und ihre kretik auch ernst zu nehmen. anstatt diese ständig herunter zu Putzen. denn unsere stimme zählt eben auch , es muss sich hier ganz gehörig etwas ändern. Und ich bin sehr froh darüber das immer mehr autisten den Mut aufbringen sich gegen diese art von Therrapie zur wehr zu setzen. mit freundlichen grüßen ihre sam becker“

Frau Klemm erklärte dann folgendes:

„In Deutschland gibt es fast keine BCBA und wenn arbeiten sie nicht nach den Standards des Gesundheitssystems in Amerika. Die meisten Menschen die in Deutschland an Kindern mit Autismus unter dem Namen ABA rumfuschen, haben gar keine Ausbildung und dürften das in Amerika nicht. Das gehört verboten und ist ein Versagen der deutschen Politik, die ganz insgesamt nicht sicherstellt, dass Menschen mit Behinderung in Deutschland nicht mit öffentlicher Finanzierung unlauteren oder schädigenden Praktiken ausgesetzt werden.“

Punkt 1: In Deutschland gibt es also kein „richtiges“ weil zertifiziertes ABA.

Punkt 2: Was unter ABA angeboten wird ist in Deutschland Pfusch (außer das was die wenigen zertifizierten machen).

Punkt 3: Was in Deutschland unter ABA läuft gehört verboten weil es schädigend und unlauter ist.

Natürlich betrifft das, laut Frau Klemm, nur die nicht zertifizierten ABA Anbieter. Soweit kein Wunder befindet sich Frau Klemm doch selbst in der Ausbildung zum BCBA (Board Certified Behavior Analyst).

Ich mache gerade meinen Abschluss als BCBA.

Interessant ist, dass man das schädliche ABA dadurch besser machen möchte indem man das „nicht zertifizierte ABA“ als „Pfusch“ und „schädlich“ abwertet. Tut mir leid Frau Klemm: Das macht „Ihr“ ABA nicht einen Deut besser. Was wir kritisieren ist neben der Ausführung das Weltbild das hinter ABA steht: Autisten sind in ihren Augen defekt und müssen umerzogen werden. Und da sind sich alle ABA Therapien, egal ob zertifiziert oder nicht, gleich.

Weiter geht’s mit Frau Klemm herself:

„Und zu dem dummen Gepöbel mit den Behindertenrechten: Ich habe auch Rechte, meine Stimme als Erziehungsberechtige zählt auch und ich lasse mich nicht in der Öffentlichkeit von Menschen, auch wenn sie behindert sind, als jemand darstellen, der sein Kind quält. Das ist eine Unverschämtheit, zumal Sie keine Ahnung von dem Thema haben und es nur instrumentalisieren. Sie schaden ganz vielen Kindern und ihren Eltern.“

Behindertenrechte sind also dummes Gepöbel? Sowas aus dem Mund einer ehemaligen Vorsitzenden eines Regionalverbandes von Autismus Deutschland? Geschrieben von einer Person EDIT: die sich „in Ausbildung zum BCBA“ befindet und „Abschlüsse und Referenzen in der evidenzbasierten Autismustherapie“ hat?

Es wurde übrigens niemals behauptet, dass Frau Klemm ihr Kind quält. ABA als Therapieform wurde, und das war eine Meinungsäußerung, als Menschenrechtsverletzung betitelt. Menschenrechte sind vielfältiger als das Recht nicht gequält zu werden. Und auch Sam Becker erwähnte nur mögliche Folgeschäden. Anscheinend fühlte sich Frau Klemm aber auch genau dort angesprochen, woher kommt sonst die Interpretation von Quälerei?

Zum Schluss wirft man den Kritikern vor vielen Kindern und Eltern zu schaden. Es ist also ungebührlich und schädigend wenn man als Mensch ABA kritisiert? Ist ABA gar unantastbar?

Sam Becker versuchte wiederum zu erklären und vor allem sich des Vorwurfes zu erwehren nicht mitsprechen zu können.

Frau Klemm wiederum antwortete folgendes:

„Also ich bin jetzt gerade an zwei Hochschulen eine in der USA und eine in Deutschland und beschäftige mich von Morgens bis Abends mit nichts anderem. Ich habe Abschlüsse und Referenzen in allen möglichen Bereichen der evidenzbasierten Autismstherapie, die ich Ihnen auch gerne zu kommen lassen, wenn Sie mir Ihren akademischen Hintergrund vorab belegen.“

Man muss also einen akademischen Hintergrund haben um mit Frau Klemm über ABA zu diskutieren? Reicht ein Diplom, muss es ein Master sein oder geht unter einer Promotion nichts? Nur damit akademisch gebildete Autisten nicht umsonst versuchen mit Frau Klemm zu diskutieren. Wäre schade um die Zeit und wieder nur eine Rückweisung.

Zur immer wieder genannten „Evidenzbasierung“ wurde schon viel gesagt. Ich sage nochmal: Es ist auch augenscheinlich (also evident), dass das Abtrennen des Kopfes vom Restkörper eines Menschen zum Tode führt. Ist es deshalb angemessen? Ist es nicht. Und so ist es auch mit ABA: Es wird die Wirksamkeit (unter dem Aspekt des Verschwindens der autistischen Verhaltensweisen) untersucht und erfasst. Aber nicht was ABA mit den Menschen macht und welche Auswirkungen es hat. Die ABA Forscher werden schon wissen warum….

Sam Becker wies Frau Klemm übrigens darauf hin, dass sie weiblich sei und eine Anrede mit Herr Becker falsch ist. Frau Klemm interpretierte dann folgendes:

„Wir habe uns noch nie persönlich getroffen. Sie kennen mich nicht und mein Kind nicht, Unbekannterweise ist mir daher ein Fehler in Ihrem Geschlecht unterlaufen, anscheinend gibt Ihnen dies ein erfreuliches Gefühl der Überlegenheit und Macht. Dies so auszuschlachten, ist ja leider oft Teil der Behinderung, wenn Sie denn dann ohne Förderung in eine narzisstische Perversion übergeht, ist das Empathievermögen eingeschränkt oder gar nicht vorhanden.“

Für jemanden der, nach eigener Aussage, sich von Morgens bis Abends mit Autismus und ABA beschäftigt ist das eine gewagte Interpretation. Eine Autistin die darauf besteht FRAU Becker und nicht HERR Becker zu sein wird unterstellt das zu korrigieren weil sie ein Gefühl der Überlegenheit und Macht braucht? Jemand der EDIT: „Abschlüsse und Referenzen in der evidenzbasierten Autismustherapie“ hat und sich in der „Ausbildung zum BCBA“ befindet sollte solche Schlüsse besser nicht ziehen. Weiter noch wird aber eine Aussage getroffen die weder einer angehenden BCBA noch überhaupt jemanden zusteht der die kritisierte Person nicht kennt:

 „Dies so auszuschlachten, ist ja leider oft Teil der Behinderung, wenn Sie denn dann ohne Förderung in eine narzisstische Perversion übergeht, ist das Empathievermögen eingeschränkt oder gar nicht vorhanden.“

Autisten (und das ist eben die Behinderung um die es hier geht) werden also ohne Förderung (nach ABA?) oft zu jemandem der zu narzisstischer Perversion neigt. Geht es noch? Hier wird ein Urteil bzw. eine pauschale Aussage über Autisten getroffen die zutiefst beleidigend und herabwürdigend ist. Da bleibt mir nur die Frage:

„Frau Klemm: Wo ist IHRE Empathie für Autisten, deren Gefühle und Handlungen?“

Frau Klemm holt aber noch weiter aus:

„Die meisten Menschen ohne Kontakt zu Menschen mit Autismus können sich nicht vorstellen, wie narzisstisch pervers Menschen mit ihrem Behinderungsbild agieren können.“

Sie vertritt also die Meinung, dass die Autisten die sich hier zu Wort melden (Ergänzung vom 21.11.: in diesem Falle Sam Becker) ihre Behinderung nutzen um narzisstisch pervers zu agieren.

Damit gibt sie sich ja klar ihre eigene Daseinsberechtigung als zukünftige EDIT: zertifizierte BCBA mit „Abschlüssen und Referenzen in evidenzbasierter Autismustherapie“: Denn mit Förderung werden aus Autisten auch keine narzisstischen perversen Menschen. Sie bewahrt diese Welt also vor diesen fürchterlich unangenehmen narzisstischen und perversen Autisten die entstehen wenn ABA nicht als Förderung angewandt wird. Wie menschenfeindlich kann ein Bild von Autismus und Autisten noch sein? Wie ableistisch, wie herablassend und Ehrabschneidend? Und solche Menschen mit eben diesem Menschenbild sollen EDIT: zukünftig als BCBA Experten für Autismus sein? Will das die Gesellschaft? Kann das eine Mutter wollen die ein autistisches Kind hat? Kann das im Sinne des deutschen EDIT: Gesundheitssystem sein, wenn autistische Menschen pauschal zu potentiellen narzisstischen pervers agierenden erklärt werden wenn sie sich nicht mit EINER Frühförderung unterziehen lassen? Und sind dann alle Autisten die zu alt für diese „Frühförderung“ sind nun narzisstische pervers agierende Menschen?

Eigentlich müssten wir alle dankbar sein. Dafür, dass eine angehende zertifizierte BCBA ABA EDIT: Expertin ihr wahres Gesicht zeigt. Und was sie von Kritik hält und wie sie über autistische Menschen denkt die ihre Meinung äußern. Damit dürfte sie dem Regionalverband Autismus Karlsruhe und sich selbst mehr geschadet haben als die ursprüngliche Bewertung „widerlich“ für die ABA Aktivitäten des Vereines.

P.S.: Für Fachärzte bin ich übrigens nur Autist. Weder Narzissmus noch Perversionen jedwelcher Art wurden bei mir diagnostiziert. Nur falls Frau Klemm den Blogpost hier zu sehen bekommt😉

Update vom 6.11.2015:

Der entsprechende Diskussionsstrang ist über Nacht und im Laufe des heutigen Tages mehrfach verschwunden und wieder aufgetaucht. Wenn er denn mal wieder sichtbar ist fallen folgende Punkte auf:

Frau Klemm empfindet folgenden Kommentar als beleidigend:

Schnecken Post Sabine Klemm Ich möchte meinem Jungen keine Therapie zumuten bei der er von vornherein als „behindert“ und in Ihren Augen ja wohl als minderwertig abgestempelt wird.
Ich befürchte er hat mehr Empathie als Sie, Frau Klemm

Ihre Reaktion:

Sabine Klemm Ach Frau Scheckenpost, wie beleidigent, aber wenn es Ihnen beim Erhalt Ihres Selbstbilds gut tut. Bitte suche Sie sich zukünftig eine anders Feindbild.

Wo ist da eine Beleidigung? Das man, nach all den voran geganenen Kommentaren, davon ausgeht das Frau Klemm autistische Kinder als minderwertig ansieht? Oder doch die Vermutung dass das Kind von „Schnecken Post“ mehr Empathie im Vergleich zu ihr hat? Ich frage mich auch warum Frau Klemm anscheinend Kritik an ABA nicht von ihrer Person trennen kann. Würde sie sich sonst als „Feindbild“ sehen? Also nicht das ich Frau Klemm als Feindbild definieren würde, aber wenn man die Erwähnung von Behindertenrechte als Pöbelei bezeichnet und Autisten unterstellt das sie wahrscheinlich nicht die Folgen ihres Handelns absehen können und damit endet, dass es zum Autismus quasi dazugehört, wenn er denn nicht gefördert wird, dass Autisten dann zu narzisstischen pervers agierenden Menschen werden, ja dann ist es für so manchen Menschen nicht weit dahin so eine Person als Feindbild zu sehen. Und ich kann es verstehen.

UPDATE 2 6.11.2015:

Auf Wunsch von Frau Sabine Klemm habe ich meine Annahme, sie strebe eine Arbeit als Therapeutin an oder sei schon so tätig, korrigiert. Die entsprechenden Stellen wurden editiert und mit einem EDIT: markiert. Ich bitte meine Fehleinschätzung zu entschuldigen, es war nicht meine Absicht Ihnen eine therapeutische Tätigkeit zu unterstellen da diese Berufsbezeichnung in Deutschland auch geschützt ist. Sollte der Eindruck entstanden sein, dass Frau Klemm therapeutisch tätig ist bitte ich dies zu entschuldigen und die entsprechenden Korrekturen zu beachten.

Update 3 7.11.2015:

Wie ich soeben auf Facebook lesen kann möchte mich Frau Klemm, obwohl ich Ihrem Einwand,dass sie keine Therapeutin ist, umgehend Abgeholfen  und mich dafür entschuldigt habe, anzeigen.

Sabine Klemm Also gerade habe ich jetzt den Block von Quergedachtes gelesen und was Sie hier veranstalten, zeige ich bei der Polizei an.
Ich habe jetzt auch mal Screenshots gemacht.
https://quergedachtes.wordpress.com/

Ich habe die von Ihr gemachten öffentlichen Aussagen zitiert und meine Meinung dazu geäußert. Das fällt unter die freie Meinungsäußerung und die Pressefreiheit. Was hier anzeigefähig bzw strafrechtlich relevant sein soll ist mir ein Rätsel.

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61 Antworten zu Das wahre Gesicht, eine Chronik des Grauens

  1. Morimont schreibt:

    Danke für die Zusammenstellung. Die Argumentation der ABA-Cracks gleicht in wesentlichen Punkten also der irgendwelcher Verschwörungsideologen. Könnte man vertiefen, wäre es nicht so verdrießlich und eben widerlich, sich mit sowas zu befassen.
    Und diese Aggressivität, diese Angst, der ganze „Fusch“ könnte auffliegen, scheint mir wiederum typisch für Leute zu sein, die in erster Linie ihr Geschäftsmodell in Gefahr sehen.

  2. Rainer König schreibt:

    Immer wenn irgendein Experte sich in seinen Elfenbeinturm zurückziehen will und mir jedes Mitspracherecht absprechen will weil ich ja kein anerkannter Mit-Experte bin sage ich nur, dass ich auch kein Huhn bin, vom Eierlegen absolut keine Ahnung habe und trotzdem in der Lage bin, ein faules Ei zu erkennen.😉

  3. Aspergiller schreibt:

    Wer angibt, Ahnung von Autimus zu haben, sollte ebenso die genauen Unterscheide von Autismus und Narzissmus (i.e. Narzisstische Persönlichkeitsstörung) kennen. Aus dem, was für Menschen ohne Ahnung sehr naheliegend aussieht, macht Frau Sabine Klemm eine „narzisstische Perversion“ die bei nichttherapierten Autisten vorliegen soll. Das ist hier die eigentliche Perversion!
    http://www.mindretrofit.com/2013/02/24/aspergers-narcissism-not-the-same-i
    http://www.mindretrofit.com/2013/02/25/aspergers-narcissism-not-the-same-ii
    http://www.mindretrofit.com/2013/02/26/aspergers-narcissism-not-the-same-iii

  4. butterblumenland schreibt:

    Da hat Frau Klemm ja jetzt noch eine Schippe drauf gelegt (rw) seit den Ereignissen nach der Stellungnahme gegen ABA, über die ich berichtet hatte. Übrigens ist dies auch nicht die erste 1-Stern-Bewertung, bereits als Anfang diesen Jahres die Diskussion um ABA dort hoch kochte, gab es negative Bewertungen auf der Facebookseite nach den persönlichen Angriffen auf Andersdenkende. Die wurden allerdings damals noch schlicht kommentarlos gelöscht. Was da jetzt passiert lässt mich ziemlich fassungslos hier sitzen. Wenn dieses Verhalten stellvertretend für den Regionalverband und gewisse ABA-Strömungen steht, kann man nur alle Eltern, die dies in Erwägung ziehen, mit diesen Aussagen konfrontieren. Eine bessere Abschreckung lässt sich kaum finden als eine angebliche Fachperson, die pauschal allen Autisten fehlendes Urteilsvermögen unterstellt und sie so sehr von oben herab behandelt.

  5. carina schreibt:

    Ich finde es schier unfassbar, was für Menschenhasser demnächst Kinder „behandeln“ sollen. Die Äußerungen zeigen deutlich, dass ABA tatsächlich nur eine Strafe für die „perverse“ Existenz ist. Das unerwünschte Kind muss dafür bestraft werden, dass es existiert.

  6. Lionce schreibt:

    Wenn es dabei nicht um ein so ernstes Thema wie ABA ginge, würde ich über Frau Klemm nur noch lachen. Selbst, wenn ich keine Autistin wäre, würde ich sie nun in keiner Weise mehr ernst nehmen. So wie sie über Autisten redet, bekomme ich immer mehr das Gefühl, sie ist Autistenfeindlich.

    Fakt ist: Autismus kann nicht „aberzogen“ werden. ABA ist nichts weiter als eine Form der Konditionierung, der Dressur. Sicher, anschließend mögen die betroffenen Kinder leichter zu handhaben sein, aber was ABA mit ihren Seelen anstellt, dass scheint ja niemanden zu interessieren. Hauptsache, die Kinder machen nicht mehr so viel Ärger.

    Ich würde meinem Kind jedenfalls nie so etwas wie ABA antun. Mir wäre es wichtiger, die Stärken meines Kindes zu fördern, ihm zu einem gesunden Selbstbewusstsein zu verhelfen und es auf ein Leben mit Autismus so gut es geht vorzubereiten. Doch ABA bewirkt genau das Gegenteil. Statt die (autistischen) Stärken des Kindes zu fördern, werden sie unterdrückt; statt den Kindern zu einem gesunden Selbstbewusstsein zu verhelfen, wird ihr Selbstbewusstsein quasi pulverisiert und zurück bleiben verunsicherte Kinderseelen, die ständig Angst haben müssen, etwas verkehrt zu machen. Sie lernen nur, dass sie sich um jeden Preis anpassen müssen, da es sonst unangenehme Konsequenzen hat. Sie dürfen nicht sie selbst sein und müssen sich hinter einer Fassade verstecken. Dass diese Fassade im Laufe ihres Lebens immer schwerer wird und sie irgendwann regelrecht erdrückt, ist den Befürwortern von ABA scheinbar völlig egal.

    Aber letzten Endes steht hinter ABA wohl mal wieder nur eine gewaltige Geschäftsmaschinerie, bei der es darum geht, als die einzig „wahre“ Therapieform für Autismus zu gelten und damit Unsummen an Geld abzugreifen. Das ist wirklich sehr traurig, denn ich fürchte, in einigen Jahren wird es sehr viele Autisten geben, die einen hohen Preis dafür zahlen müssen, dass man ihnen ABA „angedeihen“ ließ.

  7. susanna14 schreibt:

    Mir ist vor allem die folgende Passage aufgefallen:

    Ich habe auch Rechte, meine Stimme als Erziehungsberechtige zählt auch und ich lasse mich nicht in der Öffentlichkeit von Menschen, auch wenn sie behindert sind, als jemand darstellen, der sein Kind quält.

    Es scheint mir eine in Deutschland typische Reaktion auf Vorwürfe zu sein, die ich selbst in erster Linie im Zusammenhang mit der NS-Geschichte erlebt habe: Anstatt rational auf Vorwürfe zu reagieren, also darzulegen, warum entweder die Behauptungen desjenigen, der die Vorwürfe erhebt, faktisch falsch sind oder warum die Fakten stimmen, aber die eigenen Taten nicht verwerflich sind, wird kritisiert, dass überhaupt Vorwürfe erhoben werden, als sei jede Kritik böse.

    (Okay, ich glaube, ich muss meine eigenen Sätze auseinanderklamüsern. Wenn jemand einem etwas vorwirft, kann man sich auf zwei Weisen verteidigen: Man kann sagen „das habe ich nicht getan“ oder man kann sagen „ja, ich habe das getan, aber es ist in Ordnung, dass ich das getan habe.“ Frau Klemm tut keins von beidem, sondern tut so, als sei es an und für sich böse, Vorwürfe zu erheben. Ich habe durch Raphael Gross‘ und Konitzers Analyse der Walserschen Friedenspreisrede gelernt, auf diese „Argumentations“figur zu achten.)

    • Angela Middlecamp-Sommer schreibt:

      danke, schon lange suche ich nach einer Formulierung für diese böswillige Argumentationslinie. Das Gegenüber wird praktisch erstmal durch den Dreck gezogen. Mich erinnert das auch sehr häufig an die NS Zeit – ist die denn nicht vorbei?

      • susanna14 schreibt:

        Es ist in erster Linie eine Methode der damals Verantwortlichen, ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen, nachdem die NS-Zeit vorbei war. Es müsste noch untersucht werden, warum sie so gut funktioniert.

  8. π-rat schreibt:

    vorweg: ich hab grad nur diesen blogeintrag gelesen und nicht die orginal- äh… diskussion.
    nennt mich naiv, aber diese klemm-person trägt doch quasi ihr „troll“-schild hocherhoben vor sich her. mir persönlich gelingt es nicht, mich da ernsthaft drüber aufzuregen. dazu müsste man es ernstnehmen können. entspannt zurücklehnen und zugucken, wie sich so jemand selbst ins aus schießt. aber vielleicht bin ich auch einfach naiv und überschätze die leserschaft solcher intellektuellen ergüsse.

    • quergedachtes schreibt:

      Trollen würde aber voraussetzen, dass der Troll absichtlich Unruhe schafft und provoziert. Das Gefühl hatte ich bei Frau Klemm nicht. Sie schrieb was sie dachte und ich gehe davon aus, dass sie das auch so meinte.

  9. sabrinastolzenberg schreibt:

    Mit der Aussage „Die meisten Menschen ohne Kontakt zu Menschen mit Autismus können sich nicht vorstellen, wie narzisstisch pervers Menschen mit ihrem Behinderungsbild agieren können.“ von Frau Klemm disqualifiziert sie schon als kompetente Therapeutin (mal ganz abgesehen davon, dass sie eine menschenverachtende Therapieform erlent), der ich sicher mein autistsches Kind nicht anvertrauen würde….

    • Bernhard schreibt:

      Ja, genau. Mir war zwar vorher schon übel, aber der Satz über die „narzisstisch pervers agierenden“ Autisten hat mir den Atem verschlagen.

  10. sabrinastolzenberg schreibt:

    Hat dies auf Sunnys Space rebloggt und kommentierte:
    Mit der Aussage „Die meisten Menschen ohne Kontakt zu Menschen mit Autismus können sich nicht vorstellen, wie narzisstisch pervers Menschen mit ihrem Behinderungsbild agieren können.“ von Frau Klemm disqualifiziert sie schon als kompetente Therapeutin (mal ganz abgesehen davon, dass sie eine menschenverachtende Therapieform erlent), der ich sicher mein autistsches Kind nicht anvertrauen würde….

  11. reginewinkelmann schreibt:

    mir ist zwar übel nach dem Lesen…aber danke für diesen Bericht.

  12. White Unicorn schreibt:

    Vielen Dank für Deine Mühe das zu bloggen!

  13. vielmehr- ich schreibt:

    Ich bin entsetzt über diese Person!
    Sie ist so unfassbar dumm … ich kann keine Worte finden.
    Mit „so etwas“ KANN MAN NICHT diskutieren.

  14. Pingback: Aufgegriffen | sinnesstille

  15. Conny schreibt:

    Es ist unfassbar was für Menschen es offiziell erlaubt wird unsere Kinder zu therapieren ! Wobei ich unter Therapie Hilfestellung und nicht Veränderung der Persönlichkeit sehe.
    Ich kann es nicht in Worte fassen was ich gerade fühle, mich nur vielmehr-ich anschließen.
    Mit “so etwas” KANN MAN NICHT diskutieren

  16. Jay Ann schreibt:

    Ich habe mich beim Lesen gefragt, WER therapiert werden sollte! Eine derartige Reaktion ist von der Reife eines 3-Jährigen kaum zu unterscheiden. So eine hätte ich meiner Tochter, wäre sie authistisch, niemals auch nur in die Nähe gelassen!

  17. blutigerlaie schreibt:

    Vielen Dank für den Text und dein Bemühen, die Aussagen im Einzelnen zu widerlegen und daß du nicht der Versuchung erliegst, einfach wütend zurückzurotzen. Solchen Leuten, die an der Oberfläche sich rational und als „Experten“ geben, hintenrum aber ihr Gegenüber abwerten und diskreditieren, muß man m.M. nach möglichst rational begegnen.Danke nochmal.

  18. Anita schreibt:

    So weit zu gehen, Frau Klemm persönlich als Feindbild zu markern…. nein, dass wäre zuviel der Ehre.

    Allerdings eines hat Sie gut gemacht.
    Sie hat ganz klar gezeigt, was in einem BCBA-„Studium“ gelehrt wird und warum es für autistische Kinder nicht gut ist, mit ABA therapiert zu werden!
    Das dort vermittelte Menschenbild ist eines, dem ich nicht begegnen möchte!

    Und dieser Kommentar enthält Null Sarkasmus meinerseits.😉

  19. spiffpp schreibt:

    Man schaue sich einfach mal das Bild in ihrem Facebookprofil an, nehme ihre völlige Unfähigkeit mit Kritik umzugehen bzw. jede Kritik gleich persönlich zu nehmen, und dann weiß man wo die narzisstische Perversion sitzt.

  20. Gardiners-Seychellenfrosch schreibt:

    Ich bin erschüttert. Naja, unsere Gruppenleiterin in der WbfM denkt auch noch Autismus ist eine Krankheit/Defekt und dass wir bitte eine NT-Struktur lernen, aber sie ist lernfähig und hat meine Kritik konstruktiv aufgenommen…

  21. Sabine Klemm schreibt:

    Hallo, also ich bin keine Therapeutin, sondern Muttter eines Kindes mit Autismus. Ich bitte diese Inhalte unverzüglich aus dem Internet zu entfernen.

    • quergedachtes schreibt:

      Sehr geehrte Frau Klemm,

      bitte verzeihen Sie mir diesen wohl falschen Rückschluss sie seien eine Therapeutin. Nachdem sie folgendes geschrieben hatten musste ich davon ausgehen das dies so sei bzw dies von Ihnen angestrebt ist.

      „Also ich bin jetzt gerade an zwei Hochschulen eine in der USA und eine in Deutschland und beschäftige mich von Morgens bis Abends mit nichts anderem. Ich habe Abschlüsse und Referenzen in allen möglichen Bereichen der evidenzbasierten Autismstherapie, die ich Ihnen auch gerne zu kommen lassen, wenn Sie mir Ihren akademischen Hintergrund vorab belegen.“

      und

      „Ich mache gerade meinen Abschluss als BCBA“

      Ich habe aber meine Annahme sie seien eine angehende Therapeutin in meinem Beitrag korrigiert und durch Aussagen von Ihnen dazu ersetzt.
      Ich bitte Sie um Entschuldigung für dieses Missverständnis.
      Da es sich bei diesem Blogpost um eine Berichterstattung und Kommentierung von öffentlich einsehbaren Aussagen von Ihnen handelt möchte ich diesen nicht löschen. Ich sehe es als meine journalistische Aufgabe unter anderem über solche Vorkommnisse in Bezug auf das Thema Autismus zu berichten. Sollten Sie jedoch noch weitere Fehler in meinem Blogpost finden bin ich gerne bereit diese nach einem Hinweis von Ihnen zu korrigieren. Bitte beachten Sie jedoch: Es steht mir frei meine Meinung zu Ihren Aussagen zu veröffentlichen und diese mit entsprechenden Zitaten von Ihnen zu untermauern.

      Mit freundlichen Grüßen

      Aleksander Knauerhase

      P.S.: Wieso und wegen welchem Tatbestand sie mich nun Anzeigen wollen ist mir, und sicher auch meinen Lesern, allerdings nicht klar. Es steht Ihnen jedoch frei dies zu tun.

    • Aspergiller schreibt:

      Wozu macht man einen Abschluss entsprechend BCBA, wenn man dann entweder nicht selbst als Therapeutin tätig sein oder aber ein entsprechendes Kursprogramm in Deutschland aufziehen will? Aus Spass an der Sache? Diesen Aufwand und diese Kosten? Unwahrscheinlich.
      Anbei: Mein akademischer Hintergrund ist auf meiner Website ersichtlich:
      http://berndmartinrohde.gmxhome.de
      Ist das nicht ausreichend, lasse ich Ihnen Diplom- und Arbeitszeugnisse zukommen oder benenne Referenzen.

  22. MinDrago schreibt:

    Unfassbar!
    Danke für dieses Blogpost, Aleksander!

  23. Pingback: Markierungen 11/07/2015 - Snippets

  24. Sylvia Stinmann schreibt:

    Also ABA geht gar nicht
    Ich bin Autistin und mußte dieses in meiner Kindheit mitnehmen .
    Heute bin ich froh dieses überlebt zu haben
    ABA ist FOLTER und sollte verboten werden .

  25. annaautland schreibt:

    Hat dies auf Autland Nürnberg rebloggt und kommentierte:
    Was die ehem. Vorsitzende von Autismus Karlsruhe und ABA-Anhängerin sich geleistet hat, ist für sich schon eine grandiose Respektlosigkeit. Lest selbst, was diese Frau über Autist*innen denkt.

    Jetzt versucht sie Autist*innen mit Anzeigen zu drohen und zum Schweigen zu bringen. Ich reblogge diesen Beitrag deswegen hier, als Zeichen dafür, dass wir uns so nicht behandeln lassen. (Anna)

  26. Pingback: Das wahre Gesicht, eine Chronik des Grauens | Der Erdrandbewohner

  27. dasfotobus schreibt:

    Hat dies auf dasfotobus rebloggt und kommentierte:
    Aus Solidarität, wegen des Streisand-Effekts und natürlich weil Frau Klemm sich da echt säckeweise Unverschämtheiten gegen Autisten gebracht hat, die wir so nicht auf uns sitzen lassen sollten, reblogge ich diesen Beitrag!

  28. maedel schreibt:

    Hat dies auf innerwelt rebloggt und kommentierte:
    ne, so nicht Madame

  29. Pingback: Das wahre Gesicht, eine Chronik des Grauens | yowriterblog

  30. spiffpp schreibt:

    Hat dies auf Perspektiven rebloggt.

  31. Papiernote schreibt:

    Hat dies auf Papiernotes Blog rebloggt und kommentierte:
    „Wer diesen Blogpost rebloggt und kommentiert muss damit rechnen, dass Frau Klemm um Löschung bittet.“

    Genau aus diesem Grund reblogge ich den Post. Zum Schweigen gebracht wurde ich im Leben schon genug. Ich lasse mich so nicht behandeln noch möchte ich, dass irgendein Mensch so behandelt wird, schon gar nicht von einer Person, die sich in so kurzer Zeit so viele Unverschämtheiten gegen autistische Menschen geleistet hat.

    Das Netz vergisst nichts, und das ist gut so. Lest selbst.

  32. Pingback: rebloggt von Quergedachtes | Tageshauschaos

  33. Wolfiwolf schreibt:

    Ich verstehe nicht mal wozu man ein Menschen kennen muss um sein Geschlecht zu bemerken, wenn man mit „ihre“ den Eintrag beendet.

    Zu der Anzeige: ist sich die Frau bewusst das sie selbst beleidigend war?

    Ich kann zwar ihre Reaktion zwar nachvollziehen, aber ich Ärger mich in diesem Fall. Da es einfach grausam ist wie man Autisten behandelt! Ich kämpfe mit euch! Für eine bessere Zukunft für neue und alte Generationen von Autisten!

    Ich danke einer meiner besten Freundinnen (Autistin)hier nochmals – ohne dich wäre ich nicht so offen und Verständnisvoll. Denn Autisten sind weder pervers noch narzisstisch noch Empathielos oder was noch so behauptet wird. Sie sind Menschen mit einem besonderen Blickwinkel. Ich hoffe irgendwann gibt es Generationen die voneinander lernen.😉

  34. Michael Schramm schreibt:

    Danke für den informativen Blog. Bisher hatte ich noch keinen Kontakt mit autistischen Mitmenschen, so daß ich diese Problematik nicht einmal vom Hörensagen kenne. Mir ist eigentlich nur bekannt, daß authistische Menschen zu großen geistigen Leistungen fähig sind. Bitte informieren Sie mich weiterhin über diese Problematik. Mit freundlichen Grüßen,

    Michael Schramm; Aschaffenburg

  35. Pingback: Kontra ABA- zu Besuch bei Autismus Mittelfranken | innerwelt

  36. butterblumenland schreibt:

    Hat dies auf butterblumenland rebloggt und kommentierte:
    Ich war wegen ABA ja auch schon mit Autismus Karlsruhe aneinander geraten. Jetzt wurde dem Ganzen allerdings die Krone aufgesetzt. Wer mit dem Gedanken spielt, ABA anzuwenden, sollte sich unbedingt die Aussagen einer angehenden BCBA (ABA-Trainerin) gegenüber Autisten durchlesen. Möchte man wirklich jemanden mit si einem Menschenbild an sein Kind lassen?

  37. talyn schreibt:

    ich muss gestehen, ich lache immer noch.
    es solte mich eigentlich als narzistischer perverser mit autistischer störung und akademischem hintergrund einer echten naturwissenschaft fürchterlich wütend machen, aber irgendwie: nö.

    das ist doch slapstick….trollverdacht wurde ja schon geäußert aber dazu hab ich den originalverlauf nicht mitbekommen, um das einordnen zu können….

    allerdings ist das wirklich ein phantastisches beispiel, worum es eigentlich geht: „bitte redet MIT uns, bevor ihr dinge anrichtet die sich schädlich auswirken können“…antwort: „nein, denn ihr sind ja behindert und krank, mit euch kann man nicht reden, ihr versteht das eh nicht“!?

    man kann das jetzt als einzefall abtun, aber ich schätze mal diese argumentation haben ausser mir noch ander am eigenen leib erfahren. es ist immer ultima ratio wenn man keine richtigen argumente hat…eigentlich schon fast klassisch. erst werte ich dich ab, dann sag ich dir wie empfindlich du bist und dich ja sofort beleidigt fühlst….

    ich kenne die person nicht, kann also nichts aussagen über ihre beweggründe, sich so zu artikulieren, aber vielleicht wäre es wirkllich mal interessant, sie weiter reden zu lassen. denn das menschenbild was hier als „autismus“ sich zeigt ist nämlich irgendwie genau das, weswegen sich viele autisten und nicht autisten mittlerweile gegen ABA aussprechen. „nicht fähig selbst zu entscheiden, behindert, dumm, anstrengend und asozial“….pervers ist neu dabei, aber dennoch…wirklich wohlgesonnen und hilfgsbereit für das individuum klingt das nun nicht…

    ich geh anstelle von sam becker mal auf das angebot ein: ich zeige gerne mein diplom in neurobiologie vor falls ich im gegenzug die zertifikate sehen kann, die scheinbar in hülle und fülle vorliegen (u.a. an zwei unis, hier und in übersee erworben – trotz eines autistischen kindes…;) dabei geht doch die mär, dass man sobald ein autist in der familie auftaucht gar nichts mehr geht und genau deswegen so dringend krasse vollzeittheras hermüssen)…allerdings halte ich das in einer normalen diskussion auf augenhöhe eher nicht vonnöten….und vermute das angebot als solches war nur ein rhethorischer schachzug…

  38. Aspergiller schreibt:

    Mich würde interessieren, welche zwei Hochschulen Frau Klemm meint, also die Namen der Institutionen. So manches leider auch in Deutschland nennt sich Akademie und gibt sich den Anstrich einer Hochschule ohne staatlicherseits als eine solche anerkannt zu sein. Und in den USA existieren unzählige Titelmühlen. Indem Frau Klemm die konkreten Namen schuldig bleibt, liefert sie selbst eben auch keinen Nachweis ihres eigenen akademischen Hintergrundes, fordert den jedoch von anderen ein.

  39. _Flin_ schreibt:

    Hätte eventuell weitergelesen, wenn irgendwann mal ABA zumindest ausgeschrieben worden wäre. So wusste ich nicht, worum es ging. Als dann noch BCBA erklärungslos verwendet wurde, war es genug.

  40. Katie schreibt:

    Fühlt sich ein Lebewesen emotional und /oder sensorisch gestresst, beschwichtigt es. Es versucht den Stress zu reduzieren oder Kommunikationssignale zu senden, die seine Situation klar machen. Wird dies von der Außenwelt ignoriert oder sogar der Stress erhöht, würde jedes Lebewesen in eine Abwehrhaltung übergehen, um einer Traumatisierung zu entgehen. Nichts anderes machen Autisten tagtäglich. Und wie pervers ist es, Ihnen ihre Stressbewältigung zu verbieten und mit einer menschenverachtenden als Therapie getarnten Folter antrainieren zu wollen. Das ist klassische Folter, in diesem Fall psychisch. Nicht weniger. Frau Klemm, schämen sie sich und sehen Sie endlich ein, dass sie menschenverachtendende Praktiken unterstützten. Es ist noch nicht zu spät dafür.

    Edit: Habe mir erlaubt aus Artisten Autisten zu machen.

  41. Dario schreibt:

    Hallo Aleksander,

    ich finde auch, dass viele Aussagen von Frau Klemm eine klare Entgleisung darstellen, die man so nicht stehen lassen kann. Was ich aber nicht verstehe: Warum sehen sich so viele Autisten deshalb unter Rechtfertigungs- und Erklärungsdruck? Du betonst ausdrücklich, dass du weder pervers noch narzisstisch bist, sondern nur autistisch – mit dem Zusatz: „falls Frau Klemm den Blogpost hier zu sehen bekommt“. Das wundert mich deshalb, weil du mit den Aussagen von Frau Klemm (so fragwürdig sie auch sind) ja gar nicht gemeint warst.

    Man muss fairerweise sogar sagen, dass Frau Klemm überhaupt keinen namentlich genannten Autisten als „narzisstisch pervers“ bezeichnet hat, sondern nur als Möglichkeit in den Raum gestellt hat, dass Autisten so handeln KÖNNEN. Das ist kein schöner Stil (müssen wir nicht drüber reden), aber ich verstehe trotzdem nicht, warum man sowas auf sich persönlich beziehen muss.

    Über Autismus und Autisten wird viel Blödsinn verbreitet. Ganz unabhängig von der aktuellen Diskussion meine ich, dass auch wir als Autisten gut beraten wären, nicht immer alles persönlich zu nehmen, sondern im Zweifel gelassen zu bleiben und darüber zu stehen. Eine entschiedene Positionierung gegen ABA finde ich auch wichtig, aber deshalb muss man sich nicht in einem inneren „Kriegszustand“ sehen, wo man sich reflexartig gegen alles und jeden verteidigen muss.

    • quergedachtes schreibt:

      Hallo Dario,

      das P.S. ist meine Art von Galgenhumor🙂 Anders kann man manche Sachen nicht ertragen. Ich weiß auch das ich nicht gemeint war, kann ich gar nicht weil sie mich nicht kennt und ich auch nicht bei Facebook bin.
      Ja sie hat die Möglichkeit in den Raum gestellt, ich habe auch nie behauptet dass sie alle Autisten so bezeichnet/sieht.
      Der Grund für meinen Blogpost und den Aufruhr bei vielen Autisten ist weniger dass jene das auf sich beziehen. Es ist das Bild von Autismus das hinter solchen „Vermutungen“ steckt. Und der Umgang mit dem/einem autistischen Gegenüber. Sie hat sich, so sehen manche das, mit einigen Aussagen eindeutig über den jeweiligen anderen Menschen gestellt. Das hat viele die nun aktiv geworden sind verletzt.

      Aleksander

      • talyn schreibt:

        Danke Dario für den hinweis, den ich auch durchaus für wichtig erachte und danke aleksander für die erklärung. ist in dem fall wichtig auf den sarkasmus/galgenhumor hinzuweisen.

        ich hatte es gestern schon kurz angesprochen, aber ich sehe es wirklich nicht als persönliche beleidigung, dennoch sind mir in den letzten jahren derlei aussagen durchaus in bezug zu autismus oft aufgefallen. nicht immer wird es so überspitzt, sondern oft ist es schlicht die sammlung von „kalt, egoistisch, eigenbrötler, empathilos, gemein, hartherzig, arrogant, besserwisser etc.“ das kenn ich auch privat, da war sogar mal der narzist dabei (auch dort falsch verstanden verwendet) deswegen hab ich mirdie nacht über noch ein paar gedanken dazu gemacht.

        dass unser eigenes erleben und das vieler eltern oft ein anderes ist macht es nicht besser, dass dieses bild kursiert. natürlich sind autisten nicht perse heilige und den besserwisser geb ich gerne zu aber sobald es darum geht genau wegen sowas, therapien zu rechtvertigen wird es zeit was zu sagen.

        nicht die kinder entscheiden über ihre therapie, ich schätze grad bei ABA werden sie auch nicht gefragt, welches ihrer verhalten ´“problematisch für sie ist und sie geändert haben möchten“ sondern es sind andere, die ein verhalten problematisch finden (oder wie sich hier wieder zeuígt ganze grundsätze in frage ziehen als „funktional“).

        es sind nunmal zwei separat zu sehende themen: probleme des autisten und probleme des umfeldes. alles wird aber als therapie und bescbhäftigung mit autismus angesehen – nur aus zwei blickwinkeln.

        wenn es wie in dem fall dann um gutbezahlte und kostenaufwändige therapiemodelle geht wird oft mit angst geworben – und nichts anderes sieht man wieder….ein schreckbild autismus wird der lösung gegenüber gestellt. und sachliche diskussionen werden selten möglich gemacht.

        die verhaltensanalyse und -therapie wurde oft genau für soclhe probleme eingesetzt. wenn man etwas weiter in die geschichte geht wird man sehen, dass es natürlich nicht für autisten erdacht wurde sondern primär als durchaus funktionales tool opponetes verhalten in förderliches zu wandeln (homosexualität, frauen die nicht in geschlechterrollen pasten etc.) – funktional heißt nur nicht menschenwürdig .

        dass menschenwürde und das beharren auf rechten auch ins lächerliche und fragwürdige gezogen wurde, deutet für mich hier sichtbar an, aus welcher richting es kommt. klar, das war eh schon bekannt, aber hier lohnt es sich mit einem konkreten beispiel, das aufzuzeigen.

        zu persönlich sollte man es nicht nehmen und auch nicht selber werden, sicherlich, aber auch wenn sich schon mal wer traut so offen abfällig zu sein, darf man durchaus was dazu sagen. finde ich.
        vor allem wenn die aussagen von personen kommen, die vereine geführt haben, die sich nicht zuletzt mit meinem sein beschäftigen (aus meiner persönlichen sicht) und eben für andere das wort ergreifen.

  42. Nemi schreibt:

    Typische ABA-Rhetorik! Wenn keine Argumente da sind, kommen Fachbegriffe, irgendwelche angebliche Diplome etc., schindet das keinen Eindruck werden sie aggressiv…und das für ein veraltetes Konzept, veraltete Psychologie, die gegen das Grundgesetz verstößt..
    Immer der gleiche Mist!

  43. Pingback: Die falschen Lehren aus der Geschichte: Gegen eine inhaltsfreie Nettigkeitsmoral. | susanna14

  44. aspiemom schreibt:

    Hat dies auf Aspiemom rebloggt und kommentierte:
    sollte man sich vornehm zurück ziehen? Nein.

  45. Aspie im Labyrinth schreibt:

    Hallo erst ‚mal. Ich bin Autist und bin auf diese Zeilen durch diverse „Tweets“ ( Meldungen auf der Plattform Twitter ) aufmerksam worden.

    Und nun habe ich mich hier durchgequält, ja, gequält. Aber da ich dies freiwillig getan habe, beklage ich mich nicht.
    Ich wollte verstehen, was jetzt schon wieder los ist.
    Warum es schon wieder ein Scharmützel um Autisten, mit Autisten und anderen Menschen (!) gibt.

    Ich bin es nämlich leid. Ich weiß, ich muss mir das ja nicht durchlesen. Kann es ja auch sein und „links liegen“ lassen. Völlig richtig!

    Aber: Ich bin Autist und ich bin es so ‚was von leid, dass dauernd irgendeine Autismusdebatte oder – diskussion „vom Zaun gebrochen“ wird. Und dann gibt es ratzfatz zwei Lager und wer die Guten sind, dies steht dann bei jeder der jeweiligen Seite recht bald fest.
    Was kotzt mich das an. ( Sorry, das musste sein. )

    Habt Ihr das Zuhören nie gelernt? Oder darf ich als Autist diese Frage auf einem Autisten-Blog nicht stellen? Ich habe mir während meines Studiums den Hosenboden aufgerieben, um Seminare, Vorlesungen und Kurse zur Kommunikation zu belegen. Und ich bin immer noch nicht perfekt. Und weil ich ein Mensch bin und von Menschen umgeben bin, wird mir das auch niemals gelingen, perfekt zu kommunizieren.
    Aber ich kann hören und lesen, was die anderen sagen bzw. schreiben. Und was sie nicht sagen und was sie nicht schreiben.

    Und was hier „abgeht“, dass hat nichts, ABER AUCH GAR NICHTS mit „einander Zuhören“, geschweige denn mit einem „aufeinander Zugehen“ zu tun. Das ist, Frau Klemm, Herr Knauerhase, peinlich. Zutiefts peinlich, wie Sie beide sich hier und dort gebärden. Und lassen Sie beide sich das gesagt sein: Wer vorgibt „Inklusionsbotschafter“ zu sein oder sich mit Autsimus in allen Facetten an „zwei Hochschulen“ zu beschäftigen, wer so etwas vor sich herträgt, der oder die sollte einfach mal so lange den Mund halten, bis das präsentierte Eigenbild mit der Wirklichkeit halbwegs übereinstimmt.
    Haben Sie das verstanden oder soll ich das noch einmal in einfacher Sprache tippen:

    Sie geben beide vor, sich für Autisten zu enagieren, verhalten sich aber so, dass ich für mich liebend gern auf das Engagement von Ihnen beiden verzichten möchte. Ich schäme mich für das, was ein Autist und eine Autismus-Expertin hier abliefern. Das ist diffamierend, beleidigend und schadet auf die lange Sicht der Sache: Nämlich der viel- und quasi-religiös beschworenen Inklusion.

    Ich finde es erschreckend, wie beide Seiten – und das ist meine Einschätzung – die jeweils andere Seite verkürzend und damit sinn-entstellend „zitiert“ bzw. vorführen will. Beispiel?

    Frau Klemm weist darauf hin, dass es Menschen gibt, die mit ihrer Diagnose hausieren gehen und bezeichnet dies als „narzisstisch“. Sie spricht deutlich von einer Möglichkeit, von einem „können“. Das ist ihr gutes Recht. Dazu gibt es Literatur. Das kann man / frau mitunter in jeder Selbsthilfegruppe beobachten. Narzisstische Züge klingen – wenn man / frau die Worte der Frau Klemm wohlwollend interpretieren will – schon dann an, wenn ein wehleidiger Mensch mit einer Grippe auf dem Sofa liegt, jammert und nur noch sich selbst und sein Leiden kennt. Das ist MEIN Umgang mit dem Satz der Frau Klemm – ich nehme ihn locker auf. Und ich denke, dass kann man / frau so stehen lassen. Wenn man / frau will bzw. wenn ein guter Wille da ist.
    Später wird ihr dann unterstellt, sie habe eine allgemeine Aussage getätigt, nämlich: Sie vertrete „die Meinung, dass die Autisten die sich zu Wort melden ihre Behinderung nutzen um narzisstisch pervers zu agieren.“ Das steht aber nirgendwo geschrieben. Auch nicht zwischen den Zeilen. Zwischen den Zeilen ist bekanntlich nur weißes Papier ( oder leerer Hintergrund ).

    Leute, ich weiß nicht, was Ihr in Eurer Freizeit tut; aber mein Autistenleben ist kompliziert genug, da muss ich nicht bzw. da kann ich nicht Reserven auf weitere Nebenkriegsschauplätze werfen. Manch eine(r) scheint das zu können. D’accord. Es soll ja jede(r) nach seiner(ihrer) Fasson selig werden.

    Von „Anzeigen“ ist die Rede und rechtliche Schritte werden in Erwägung gezogen. Toll, wirklich toll ( wörtlich gemeint ). Macht Euch fertig. Es gibt ja sonst nichts zu tun, gell? Wer sich echauffieren will und auf jeden Angriff oder „Angriff“ auf die autistische Welt mit einem Gegenschlag antworten möchte – bitteschön. Aber eines kann ich Euch prognostizieren: Die Vernünftigen in der vielbeschworenen autistischen Community ( wo ist die eigentlich? ) werden sich irgendwann ihren Teil nur noch denken und sich verabschieden. Ein weiterer Teil wird sich so verhalten, befürchte ich, wie Menschen sich nun mal verhalten: Sie lassen sich mit aufpeitschen ( „Das wahre Gesicht, eine Chronik des Grauens“ – beabsichtigt, dass man / frau hier auch lesen kann: „Das wahre Gesicht des Grauens“? Wer ist dann gemeint? Ein Mensch? Furchtbar, verachtend und nicht auszudenken wäre das. )

    Ich komme zum Schluss. Mir fällt es nämlich zunehmend schwerer, angesichts des oben skizzierten Schlagabtauschs noch klare Gedanken zu tippen:

    Ich will mein Leben leben. Und wenn eine Mutter eine Therapieform auf – vereinfacht gesagt – Grundlage des klassischen bzw. operanten Konditionierens für angemessen hält, bitteschön ( siehe oben, Stichwort „selig werden“ ). Prüfet alles, das Gute behaltet. Wenn es gute, Gewinn für den Alltag bringende Elemente an ABA geben sollte, was hindert’s dann, diese zu benutzen, anzuwenden? Aber alles gleich zu verteufeln ( ja, verteufeln nennt man / frau das ), muss das sein? Da gewinnt man / frau ja den Eindruck, Autisten kennen nur schwarz-weiß. Ich weiß nicht, ob das zielführend ist und für ein Leben mit anderen Menschen taugt.
    Aber vielleicht lebe ich auch zu sehr in meiner eigenen Welt und stehe außerirdischen Ideen viel zu offen gegenüber. Bin halt Autist. Einer von vielen.

  46. Mela schreibt:

    Weil ich es gerade fand und es gut zu diesem Beitrag passt:

    https://ggr-law.com/urheberrecht/faq/zitatrecht-darf-man-fremde-facebook-postings-kopieren-und-veroeffentlichen/

    Hier geht es zwar um Screenshots, aber das trifft definitiv auch für reine Text-Zitate zu.

    „Weitere Voraussetzung ist, dass das Zitat in einem selbstständigen Werk erfolgen muss und die Quelle angegeben wird.
    Fazit

    Die Screenshots aus dem Facebook-Posting sollten daher eindeutig als Zitate gekennzeichnet (Screenshot:; Texte in „“) werden und ausschließlich als Belegstelle für selbstständige Ausführungen dienen. In diesen Fällen ist das Veröffentlichen der Screenshots samt Bildern und Texten zulässig.“

  47. Pingback: Hilfeschrei | Quergedachtes | Ein Blog über Autismus

  48. Pingback: ABA – Gott oder Mammon? | Aspergiller – Aspergill & Asperger

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