Hilfeschrei

Ich tue mich schwer damit diesen Blogpost zu schreiben. Um Hilfe bitten fällt mir nicht leicht und alles was ich in meiner Arbeit gegen die ABA Lobby erlebt habe war schmerzhaft und prägend. Ich sehe aber keine andere Möglichkeit mehr und darum schreie ich nun verzweifelt um Hilfe. Nicht nur in meinem Namen sondern für all die Autisten, Eltern und aktiven Menschen die sich konstant gegen ABA aussprechen und sehr viel Zeit und Kraft aufwenden um zu zeigen was wirklich hinter ABA steckt.

Auch wenn wir viele sind die sich hier engagieren: Unsere Kraft ist begrenzt.

In Namen des „Kindwohles“ von autistischen Kindern wird immer mehr eine „Therapie“ angewandt die sich Applied Behavior Analysis (ABA) nennt.

Wie sowas aussieht? Schaut selbst

Durchgeführt an einem dreijährigen Autisten durch eine zertifizierte ABA Therapeutin. Nun stellt Euch bitte vor, dass das 40 Stunden die Woche und mehr mit autistischen Kindern gemacht wird. Auf den Seiten des IfA (Institutes für Autismusforschung) steht  sogar:

„Um dem Kind möglichst viele, dem Lernen normaler Kinder vergleichbare Lernerfahrungen  zu ermöglichen muss die Therapie: […]
möglichst die gesamte Wachzeit nach einem Gesamtkonzept strukturieren (Lernen soll den ganzen Tag stattfinden).“

Quelle: http://ifa-bremen.de/bet-info2015.pdf

Wer nun denkt sowas gibt es in Deutschland nicht sollte sich dieses Video anschauen:

Videobeispiel ABA

Es ist zwar in Englisch stammt aber von Robert Schramm der in Deutschland ABA kommerziell anbietet.

Ein weiteres Video von Robert Schramm auf deutsch:

https://www.youtube.com/watch?v=V0jBdBabBMA

Das Kind MUSS immer wieder trinken um kurz spielen zu dürfen. Kein trinken => Spielzeug wird weggenommen. Wenn das Kind dann trinkt wird es ausdauernd damit „belohnt“ angefasst zu werden. Kein Respekt vor den Grenzen des Kindes. Sucht das Kind Trost bei der Mutter….bekommt es: Nichts. Es wird ignoriert. Wir nennen das schlicht: Liebesentzug!

Das ist übrigens kein Horrovideo von ABA Gegnern sondern eines von einem ABA Anbieter eingestelltes „Präsentations“ Video!

Wer „therapiert“ hier eigentlich? Und wie ist die Ausbildung?

Auch die Aktion Mensch beruft sich ständig darauf, ABA sei eine anerkannte Therapieform. Wie kann eine anerkannte Therapie von Menschen durchgeführt werden die keine Therapeuten sind? Bei ABA kommen vorallem die Eltern zum Einsatz. Das hier ein massiver Interessenskonflikt besteht sieht keiner. Immerhin gibt man Eltern die Werkzeuge eines Therapeuten an die Hand mit denen sie ihre eigenen Interessen umsetzen können. Diese sind nicht immer deckungsgleich mit denen des Kindes!

Dazu kommt, siehe auch den Aushang weiter unten, dass Studenten angeheuert werden um als Co Therapeuten zu arbeiten. Es ist hochgradig zweifelhaft ob ein Student in einem Schnellkurs erlernen kann was Autismus ist. Wichtiger noch: Wenn selbst ausgebildete Fachleute nach jahrelanger Arbeit mit Autisten sagen sie verstehen die autistische Wahrnehmung nicht, wie können das dann Studenten nach einem Crashkurs? Hier geht es nicht um das Verständnis von Autismus und was hinter autistischem Verhalten steht. Hier geht es ausschliesslich um das Vermitteln von ABA Methoden um einen Autisten in seinem Verhalten zu normieren!

Die AVT Grundausbildung der „Co-Therapeuten“ umfasst übrigens ganze 6 Seminartage im Zeitraum von 6,5 Monaten:

Das geförderte Projekt sucht Co Therapeuten die eine Grundausbildung in der Therapieform bekommen. 3 Termine von Mai bis Dezember 2016. Gesamt 6 Tage.

Quelle: Aushang des IfA an der Uni Hamburg, bei den Erziehungswissenschaften

Bitte beachten Sie Punkt 4: Therapiemethoden zum Abbau von Problemverhalten. Durch den Einsatz von Co-Therapeuten ist hier dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet.

Bei 6,5 Monaten Ausbildungszeitraum beträgt die Projektgesamtdauer übrigens 8 Monate:

Die Projektdauer beträgt 8 Monate.

Quelle: Aushang des Ifa an der Uni Hamburg, bei den Erziehungswissenschaften

 

Wenn Sie sich fragen wie man an solche Co-Therapeuten heran kommt? Beim geförderten Projekt anscheinend nicht. Eine Mutter suchte -wie verzweifelt muss man sein- sich den Co-Therapeuten für Ihr autistisches Kind bei Ebay-Kleinanzeigen!

Anonymisierter Auszug aus einer Email die auf die Anzeige reagierte:

>>> Gesendet: Donnerstag, 10. Juli 2014 um 12:17 Uhr
>>>> Von: anonymisiert@mail.ebay-kleinanzeigen.de
>>>>
>>>> Betreff: Nutzer-Anfrage zu Ihrer Anzeige „Weiterbildung (Ausbidung) zum Autismus-Therapeuten“
>>>> Anfrage zu Ihrer Anzeige
>>>>
>>>> Lieber Nutzer!
>>>>
>>>> Ein Interessent hat eine Anfrage zu Ihrer Anzeige gesendet:
>>>> ‚Weiterbildung (Ausbidung) zum Autismus-Therapeuten‘
>>>> Anzeigennummer: 199885634
>>>>
>>>>
>>>> Guten Tag,
>>>>
>>>> suchen Sie noch Co-Therapeuten für Ihren Sohn?
>>>> Mein Name ist XXX, XX Jahre jung, Stiefmutter einer x-jährigen Asperger-Autistin und bin selbst auch Autistin mit Hochbegabung und Hochsensibilität. Nachdem ich mich intensiv mit Autismus beschäftigt habe, möchte ich nun beruflich anderen Betroffenen helfen und fände die Arbeit als Co-Therapeutin Ihres Sohnes sehr interessant.
>>>> Geht es dabei um die ABA-Verhaltenstherapie?
>>>>
>>>> Mit freundlichem Gruß,
>>>> XXX
>>>>
>>>> Artikel bereits verkauft? Löschen Sie Ihre Anzeige und informieren alle Interessenten, dass der Artikel bereits verkauft ist.

Als Antwort kam dann folgendes:

>>> Von: „YYY über eBay Kleinanzeigen“ <anonymisiert@mail.ebay-kleinanzeigen.de>
>>>> Datum: 10.07.2014 14:24
>>>> Betreff: Aw: Nutzer-Anfrage zu Ihrer Anzeige „Weiterbildung (Ausbidung) zum Autismus-Therapeuten“
>>>> An: <anonymisiert@gmail.com>
>>>> Cc:
>>>>
>>>> Guten Tag, XXX!
>>>>
>>>> Vielen Dank für Ihr Interesse!
>>>> Im Anhang schicke ich Ihnen ein paar Informationen zum Training. Einmal ist das die Beschreibung des Vorgänger-Trainings BET, das als Grundlage für jetztige Training gilt und einen guten Überblick schafft. Das Zweite ist eine Broschüre zu den Voraussetzungen der Co-Therapeuten.
>>>>
>>>> Der Bewerbungsprozess für die Co-Therapeuten läuft noch bis zum 20 Juli, danach findet die Auswahl durch das Bremer Institut für Autismusforschung statt.
>>>>
>>>> Nachdem Sie Sich die mitgeschickten Unterlagen durchlesen und immer noch Interesse haben, würden wir uns freuen, Sie zu uns nach Hause einzuladen und kennenzulernen.
>>>>
>>>> Viele Grüße
>>>> YYYY

Man müsste nun denken Quergedachtes macht auf Postillion. Leider nein. Hier wurde jemand über Ebay-Kleinanzeigen gesucht der eine „Ausbildung zum Autismus Therapeuten“ macht um dann das eigene autistische Kind von diesem Menschen therapieren zu lassen. Ist das der Weg den man bei einer anerkannten Therapie gehen muss?

Die Aktion Mensch wurde übrigens im Juni 2015 von diesem Umstand informiert.

>>> Von: Beatrix Schweigert <anonymisierte@Emailadresse>
>>> Datum: 26. Juni 2015 um 10:56:57 MESZ
>>> An: „xxxx.yyyy@aktion-mensch.de“ <xxxx.yyyy@aktion-mensch.de>
>>> Betreff: Wtr: Aw: Nutzer-Anfrage zu Ihrer Anzeige „Weiterbildung (Ausbidung) zum Autismus-Therapeuten“
>>> Anbei die Email
>>>
>>> Grüße,
>>> mädel

Die Empfängeradresse bei der Aktion Mensch ist dem Autor bekannt.

Passiert ist nichts, die Aktion Mensch bleibt -in Ihren Augen- neutral. Die Geschichte kann man im Blog Innerwelt nachlesen.

Warum hat die Aktion Mensch hier nicht angefangen an der Seriosität dieser „anerkannten“ Therapie zu zweifeln? Das bleibt unergründlich.

In den USA wurden sogar schon Kinder als Co Therapeuten eingesetzt. Kann das eine anerkannte und ethisch vertretbare Therapie sein?

Die Gedankenwelt hinter ABA

ABA Befürworter verhalten sich unlogisch. Einerseits, wenn es um die schädlichen Praktiken von Lovaas geht, distanzieren sie sich schneller als man gucken kann von Lovaas.

Geht es jedoch um die wissenschaftlichkeit ihrer „Wissenschaft ABA“ wird Lovaas an erster Stelle genannt. Ein Artikel von Benjamin Falk hat sich mit diesem Thema beschäftigt und zeigt wie wissenschaftlich ABA wirklich ist.

Auch in der Werbung für ABA Angebote greift man sehr gerne auf die Referenz Lovaas zurück:

„Das BET (Anmerkung des Bloggers: Bremer Eltern Training) wurde 2002 von H. und R. Cordes nach dem wissenschaftlich evaluierten „Young Autism Project“ (Prof. Lovaas, Kalifornien) entwickelt und stellt ein für Deutschland neuartiges Frühförderkonzept für autistische Kinder dar.“

Quelle: http://www.ifa-bremen.de/ifa_flyer_neu.pdf Seite 6

Um zu zeigen welche Gedankenwelt hinter ABA steckt, anbei ein Artikel über Lovaas, seine Arbeit und wie er Autisten sah:

Screams, Slaps and Love (Englisch und belastend! Danke an Felicea für den Hinweis)

1974 äußerte Lovaas folgendes:

„You see, you start pretty much from scratch when you work with an autistic child. You have a person in the physical sense—they have hair, a nose and a mouth—but they are not people in the psychological sense. One way to look at the job of helping autistic kids is to see it as a matter of constructing a person. You have the raw materials, but you have to build the person.“

Quelle: Psychology Today, Januar 1974 (danke an fotobus für die Quelle)

Übersetzung dieses Zitats:

„Sehen Sie, Sie beginnen eigentlich ganz von vorne, wenn Sie mit einem autistischen Kind arbeiten. Sie haben eine Person im physischen Sinne vor sich – sie hat Haare, eine Nase und einen Mund–, aber es ist kein Mensch im psychologischen Sinne. Ein Weg, die Aufgabe zu betrachten, autistischen Kindern zu helfen, ist, es so zu sehen, dass man einen Menschen konstruiert. Sie haben das Rohmaterial, aber Sie müssen die Person erbauen.“

Das mag 1974 gewesen sein, Lovaas hat aber bis zu seinem Tod solche Meinungen geäußert. Für Lovaas waren autistische Kinder keine Menschen sondern Rohmaterial das noch zu Menschen „geformt“ werden muss.  Einiges kann man hier nachlesen, der gesamte Artikel ist lesenswert.

Und hier noch ein Artikel über Prof. Hans E. Kehrer und wie er Autisten sieht:

Leere Festung (deutsch, belastend. Danke an Zarinka für den Hinweis)

Prof. Hans E. Kehrer ist übrigens der Gründer vom „Institut für Autismusforscung Hans E. Kehrer e.V.“ Dieses Institut und Ihr ABA Ableger wird übrigens von der Aktion Mensch aktuell mit 249.591 Euro gefördert.

Förderungsbeschreibung auf der Seite der Aktion Mensch. Gefördert wird das Institut für Autismusforschung Bremen mit 249.591 Euro.

Förderung des Institut für Autismusforschung mit 249.591 Euro durch die Aktion Mensch

Quelle: Aktion Mensch Karte (Symbol in der Karte anklicken)

Anbei noch ein Screenshot aus einer öffentlich zugänglichen Präsentation über ABA Grundlagen. Sexuelle Stimulation, auch wenn es hier nur der theoretischen Darstellung und Auflistung von Verstärkern dient, als Verstärker zu nennen halte ich in Bezug auf ABA und den Umgang vorallem mit autistischen Kindern für sehr bedenklich. Wer nun denkt „Die primären Verstärker kommen bei ABA nicht zur Anwendung“ den muss ich enttäuschen. Trinken, Essen und Wärme kommen in der Praxis zum Einsatz. Zumal in der Folie auch steht: Ein vormals neutraler Stimulus wird durch wiederholtes Zusammenbringen mit einem primären verstärker zum konditionierten Verstärker (Anmerkung: die bei ABA benutzt werden). Man braucht also durchaus die primären Verstärker für ABA.  Wie kann man dann Sauerstoff und Sexuelle Stimulation als solche benennen?

Zwei Folien eines Vortrages über ABA Grundlagen. Aufgeführt wird auch Sexuelle Stimulation als Teil der unkonditionierten Verstärker

Sexuelle Stimulation als Beispiel für Verstärker in der Konditionierung

Quelle: http://www.bbw-rv.de/fileadmin/bbw-rv/pdf/FachtagAutismus2011/aba_grundlagen_ravensburg.pdf

ABA ist eine Umerziehung und keine Inklusion!

Frau Dr. Ragna Cordes, Mitglied des IfA und Anbieterin des Bremer Elterntrainings (BET), in einem Artikel:

„Es geht darum, dass die Kinder ihr gelerntes autistisches Verhalten vergessen und ein neues Verhalten erlernen“

Quelle: http://www.pressedienst.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen183.c.4257.de

Solche Projekte werden, unter dem Deckmantel für Autisten nur Gutes zu wollen, mit sehr viel Geld unter anderem von der Aktion Mensch (BET des IfA: 249.591 Euro) gefördert.

Wenn Autisten nun ihre Stimme erheben und etwas gegen ABA sagen werden wir von den Lobbyisten massiv bedrängt und diskreditiert. Seitens Knospe ABA spricht man uns die Kompetenz in Sachen Autismus ab. Uns Aktivisten wird Hetze unterstellt wenn wir unsere Rechte einfordern und man versucht uns mundtot zu machen. Mit Strafanzeigen wird gedroht wenn wir öffentlich machen wie mit Autisten umgegangen wird. Mir und einer anderen Bloggerin legte man nahe „wir sollten aufpassen was wir bloggen“. Ich wurde bei einer Veranstaltung der Aktion Mensch von Prof. Dr. Röttgers und Herrn Cordes (Beide IfA) verbal und körperlich in die Zange genommen. Ich konnte mich alleine aus dieser Situation nicht mehr befreien!

Wir haben viel versucht aber irgendwann ist die Kraft am Ende. Es werden gezielt die Schwächen von Autisten von den Menschen ausgenutzt die für sich in Anspruch nehmen sich mit Autismus auskennen. Man bedrängt uns körperlich und verbal, wendet unsere Argumente gegen uns und unterstellt uns wir würden das Leid der autistischen Kinder missachten. Letzteres sogar ganz offen im Blog der Aktion Mensch:

Claus Lechmann, psychologischer Psychotherapeut und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Leiter des AutismusTherapieZentrums Köln, das eine eigene ABA-Abteilung hat, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von autismus Deutschland e.V.:

(…)

Die Kritik am ABA-Ansatz kumuliert in dem Vorwurf, hier gehe es um eine Umerziehung ähnlich wie früher bei Linkshändern. Dieser Vergleich missachtet aus meiner Sicht die extreme Not von Kindern mit frühkindlichem Autismus. 

Quelle: https://www.aktion-mensch.de/blog/beitraege/engagierte-diskussion-ueber-aba-therapie.html

Neutralität der Aktion Mensch

Die Aktion Mensch beruft sich immer wieder auf eine Neutralität. Nur gibt es diese? Ist es thematische Neutralität, wenn nach der Diskussion die drei Parteien ein Limit von 1000 Zeichen für den Aktion Mensch Blog bekommen aber für eine Partei dieses nicht gilt? Herr Lechmann bekam fast 1500 Zeichen und damit gut 50% mehr Platz im Vergleich zu mir und meinen Argumenten.

Ich unterrichtete Herrn Decker  -Pressesprecher der Aktion Mensch- nach dem Treffen per Email u.a. darüber dass ich mich körperlich und verbal bedrängt gefühlt habe. Er hielt es nichtmal für angemessen auf diese Punkte zu antworten.

Ist es Neutral, wenn das Social Media Team der Aktion Mensch anfängt andere Twitteruser per privater Nachricht „Informationen zu ABA“ (der Bericht im Aktion Mensch Blog) anzuschreiben? Ist das transparentes und neutrales Verhalten? Warum diese für andere User unsichtbaren Aktionen? Wenn man doch „nur“ Informationen verteilen möchte? Zudem die Userin die Aktion Mensch nicht direkt angeschrieben bzw Kontakt aufgenommen hat. Es wurden Tweets von uns retweetet und ge“herzt“.

Aktion Mensch schreibt auf Twitter User per Direktnachricht an. Inhalt: Hallo, hier kannst du dich bei uns über die ABA-Diskussion informieren. Es folgt ein Link zum Aktion Mensch Blog. Die Nachricht endet mit: Viele Grüße, Sven (sst)

Aktion Mensch schreibt auf Twitter User per Direktnachricht an

Ist es neutral, wenn das geförderte Projekt Aushänge macht auf denen oben links (und da fängt man in diesem Kulturkreis an zu lesen) ein großes Aktion Mensch Logo prangt? Hier wird mit der seriosität der Aktion Mensch geworben. Damit kann die Aktion Mensch nicht neutral sein!

Aushang des IfA mit dem CO-Therapeuten gesucht werden. Das sind hier Studenten die einen Crashkurs in ABA erhalten und dann Kinder Therapieren sollen. Oben links ist ein ganz großes Logo der Aktion Mensch

Aushang des IfA mit dem CO-Therapeuten gesucht werden

Wir brauchen Eure Hilfe. Für die Autisten in Deutschland und die autistischen Kinder die eine kindgerechte Kindheit haben sollen.

Liebe Eltern: Möchtet Ihr, dass Euer Kind so „behandelt“ wird? Stellt Euch vor es wäre Euer Kind. Was fühlt Ihr?

Liebe Autisten: Erklärt was hier falsch läuft für alle die es nicht sehen. Zeigt auf wie hier mit Kindern umgegangen wird.

Liebe Aktivisten: Bitte verbreitet diesen Hilfeschrei. Helft uns dass diese Art autistische Kinder zu „behandeln“ nicht noch mehr Boden in Deutschland bekommt. Hier werden Kinderseelen gebrochen und Autisten auf gesellschaftliche Norm getrimmt. Das ist keine Inklusion. Bitte erhebt Eure Stimme mit uns gegen dieses System aus Normierung und Geldmacherei. Wir können nicht mehr.

Liebe Menschen: Schaut hin und nicht weg. Zeigt Empathie mit uns Autisten und setzt ein Zeichen für unsere Rechte und die Rechte der autistischen Kinder.

Bitte helft uns!

Aleksander

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83 Antworten zu Hilfeschrei

  1. mellissandra schreibt:

    Hat dies auf melli´s kleines nähkästchen rebloggt und kommentierte:
    ich hab das video nicht mal 17 sekunden ausgehalten, ich bitte meine leser, die warnung vor dieser „therapie“-methode weiter zu verbreiten

  2. butterblumenland schreibt:

    Hat dies auf butterblumenland rebloggt und kommentierte:
    Diesem Hilfeschrei schließe ich mich an. Egal, was ihr tut, ob ihr aufklärt, die Links zu den Blogs verbreitet oder eure Mitmenschen sensibilisiert: Kein Beitrag ist zu klein. Alles ist besser als nichts zu tun. Bitte helft uns.

  3. dasfotobus schreibt:

    Hat dies auf dasfotobus rebloggt und kommentierte:
    Wir müssen mit diesem Anliegen aus der Filter-Bubble raus!
    Bitte verbreitet dies so weit ihr nur könnt!
    Teilt es mit Familie, Freunden, auf Twitter, Facebook, im RL, gebt die Info an Vereine, Kinderschutzbund, Jugendämter, Parteien, Politiker … Wo immer ihr könnt, ohne euch selbst zu gefährden!

    Es geht um die gerade aufwachsende Generation und ihre Nachfolger. Sie sollen so etwas wie ABA nicht erleiden müssen, bitte!

  4. Aspergiller schreibt:

    Hat dies auf Aspergiller – Aspergill & Asperger rebloggt und kommentierte:
    [Eigene Worte noch hinzuzufügen]

  5. maedel schreibt:

    Hat dies auf innerwelt rebloggt und kommentierte:
    ich schreie mit um Hilfe

  6. flohhusten schreibt:

    Hat dies auf Missbrauch, Folgen und der Weg rebloggt und kommentierte:
    Auch wenn ich wohl in meinem Leben mit Autismus nicht wirklich viel zu tun hatte, möchte ich hiermit der Bitte nachkommen, das zu teilen, bzw. zu rebloggen.

    Ich hatte in das erste Video rein geguckt und gerate selbst innerlich derart unter Anspannung und Stress; ich werde wütend vom Zusehen und völlig Banane im Hirn. Keine Ahnung, wie diese Frau, die diese „Therapie“ ausführt, das SELBST erträgt.
    Welcher Mensch würde sich freiwillig auch nur 1x im Leben derart konfus, durcheinander und „hin und her“ verhalten? Wofür soll man das üben müssen und wann sollte man das jemals gebrauchen können? Welch ein „Normal“ soll das sein?

    Aber ich bin ja auch nur ein „relativ“ normaler Mensch und habe keine Ahnung von Autismus. Dennoch – es gruselt mich massiv.

  7. Luka schreibt:

    Hat dies auf Loner on the road rebloggt und kommentierte:
    #reblogged Das ist Kindesmißbrauch was die da machen!

  8. Zarinka schreibt:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42891862.html
    Da möchte ich doch mal auf einen interessanten Artikel im Spiegel (vom11.09.1972) hinweisen der meiner Meinung nach doch eigentlich schon Alles sagt.

    Und zwar geht es (mir persönlich) da jetzt um die Meinung des Professor Hans E. Kehrer….und zwar was da jetzt eine „bestimmte Behandlungsweise“ angeht zu der sich Professor Kehrer äußert…und bis heute hat sich da wohl anscheinend ein ganz bestimmter Satz recht fest in die Köpfe vieler Mediziner, Pädagogen und Psychologen eingebrannt.

    Da können „wir“ Autisten uns noch so sehr anstrengen und bemühen und erklären…da können wir noch so laut um Hilfe rufen wie nur möglich.

    Letztendlich ist nicht wirklich jemand da der uns hört…weil man uns nämlich gar nicht hören will.

    Ohne Dressur verharren „wir“ nämlich….(nun…am bester schaut hier wohl jeder selbst mal kurz in besagten Link.)

    Mich gruselt es ebenfalls einfach nur noch!

    • quergedachtes schreibt:

      Zwei interessante Fakten dazu:

      1) Das geförderte Projekt der Aktion Mensch ist das Institut für Autismusforschung
      Hans E. Kehrer e.V. (IFA)
      2) Die Zitate in disem Blogpost stammen von einer Frau die in diesem „Institut“ engagiert ist

  9. perfecty me schreibt:

    Hat dies auf perfectlymesite rebloggt und kommentierte:
    Ich schaue nicht weg….

  10. perfecty me schreibt:

    rebloggt auf meinen Blog und Seite

  11. Martina schreibt:

    Werds rebloggen in meinem Blog auf jurismama.blogt.blogspot.com und in mein Stammforum teilen, ebenfalls auf fb!

  12. schnecke22 schreibt:

    ABA ist grauenhaft und traumatisierend!
    Man kann nicht oft genug betonen, wie sehr schädlich dies ist!
    Wenn man autistisches Verhalten vergessen soll, vergisst man dadurch bedingt einen Teil seiner Persönlichkeit und wird „gebrochen“!
    Diese Therapie gehört verboten und müsste eigentlich strafbar sein.

  13. inazimmer schreibt:

    Hat dies auf gedankenzuthemen rebloggt und kommentierte:
    Warum sehen diese Menschen nicht was sie diesen Kindern antun, welche seelischen Schmerzen und welche Hilf- und Hoffnungslosigkeit durch diese „Therapie“ ihr Leben beherrscht? Jedes Kind hat das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung, auch wenn die Eltern sich offenbar schwertun ihr eigenes Kind so zu anzunehmen wie es ist.

  14. talyn schreibt:

    ich werde das video nicht anschauen, das tu ich mir im sinne meiner sselischen und körperlichen gesundheit nicht an.

    unverständliche aussage? ist doch nur ein video?
    nein ist es nicht, ich habe einige dieser videos gesehen. und jedsmal hatte ich a´ls erachsene autistin danach keine emotionalen probleme sondern ganz klare und heftige körperliche ausfallserscheinugen, liebe noch unschlüssige eltern eines kleinen autisten und fachleute, die der meinung sind ich könnte bestimmt durch langes hartes training erlernen, dass zu ertragen – denn schließlich müsste ich ja als „glücklicher, selbsbestimmter autist“ sowas aushalten, damit ich am sozialen miteinander teilhaben kann un dnicht mehr sekber so unter meinem autistmus „leide“.

    ein ganz klares NEIN, muss ich nicht. und die kinder müssen es auch NICHT auf diese art und weise lernen.

    bisher hab ich versucht, in den diskussionen meine haltung dazu mild zu formulieren, rücksicht auf vermutete beweggründe zu nehmen, warum man seinen kindern so etwas zumiutet.

    aber ganz ehrlich? das ist blödsinn, es in „sozial kompensiert“ und nicht krass deutlich zu formulieren. mach ich nicht mehr. ich bleibe höflich aber definitiv ab jetzt „bestimmt“:

    lasst es sein!

    ihr liebt eure kleinben autisten? ihr wollt für sie das beste? ihr wollt im alter die gewissheit, eure kinder kommen klar und sind glückliche selbstbestimmte individuen?

    dann lasst sie doch erstmal als kinder das sein was sie sind: kleine autisten die erstmal für sich in der welt klarkommen müssen. das können sie lernen, es dauert nur.
    es ist wichtig sie zu unterstützen – dann macht es aber auch richtig und angemessen…

    gebt ihnen das was sie brauchen: ruhe, struktur , moderate herausforderung und allem voran

    DAS GEFÜHL VON SICHERHEIT

    es ist genau das fehlen dieses gefühls, diese angst falsch zu sein, diese ständige überforderung dinge tun zu müssen, die einem nicht leicht fallen, weil das gehirn so speziell funktioniert die im endeffekt dazu führen, dass autisten genau das verhalten zeigen was mit dieser unsäglichen methode wegtherapiert werden soll…

    autisten können glücklich sein. lasst es zu.

    sorgt bitte nicht weiter dafür, dass ihnen in frühester kindheit wichhtige ressourcenb geplündert werden, die im späteren verlauf wirklich fundamental wichtig sind, um diese anpassungsleistung zu zeigen ohne depressiv zu werden.

    es wird nie einfach sein, einer von 2% unter 98% „standard normal mensch“ zu sein, zu erleben, dass man so anders ist. dass man nur dazu gehört wenn man wichtige aspekte seiner selbst zurückstellt…
    aber man kann damit glücklich leben! wirklich, echt – ihr müsst keine angst haben, hört einfach mal aufmerksam zu, gönnt eurem kind ein wenig für euch einschränkendes entgegenkommen, was euer kind den rest seines lebens euch und anderen entgegenbringen wird müssen…

    danke.

  15. Dario schreibt:

    Hallo Aleksander,

    es ist gut, dass du beim Thema ABA nicht locker lässt und so mutig dranbleibst. Ich fürchte nur, allein mit moralischer Empörung wird man den ABA-Anbietern nicht beikommen. Denen geht es ja nicht ums „Kindeswohl“ oder um „Wissenschaft“ (wie sie immer behaupten), sondern die wollen – da teile ich deine Einschätzung – einfach nur Geld machen. Die ABA-Lobby hat die Arbeit mit autistischen Kindern als einen lukrativen Markt für sich entdeckt, den sie mit allen Mitteln verteidigen wird. „Kindeswohl“ und „Wissenschaft“ sind da nur Mittel zum Zweck.

    Wo knallharte finanzielle Interesse im Spiel sind, steht man auch mit dem Hinweis auf Menschenwürde oder Kinderrechten schnell auf verlorenem Posten. Das ist traurig, aber ich fürchte, darauf muss man sich einstellen. Treffen kann man die ABA-Lobby vermutlich nur dort, wo es ihr am meisten wehtut, nämlich bei den Finanzen. Die Aufklärung von Eltern, die sich aus Unwissenheit oder Verzweiflung von ABA-Verprechungen blenden lassen, ist ein wichtiger Schritt, aber ich fürchte, das allein wird nicht reichen, weil die ABA-Leute es immer wieder schaffen werden, ihr „Produkt“ mit professionellen Marketing-Strategien zu verkaufen.

    Diesen Markt müsste man ihnen austrocknen; ihnen die Arbeit mit autistischen Kindern so unattraktiv wie möglich machen. Ihnen die Margen minimieren, wo immer es geht. Wie so eine Strategie konkret aussehen könnte, dazu habe ich selbst noch keine Idee, aber ich denke, nur so hätte man gegen ABA auf lange Sicht eine Chance.

  16. sabrinastolzenberg schreibt:

    Hat dies auf Sunnys Space rebloggt und kommentierte:
    Was ist für mich ABA? Ganz einfach: MIssbrauch, da Eltern ihre Macht nutzen, um den Kind beizubringen nicht es selbst sein zu dürfen!

  17. kiki0104 schreibt:

    Hat dies auf kiki blacks blog rebloggt und kommentierte:
    Liebe „Mitstreiter“, Follower und Interessierte,
    Ich reblogge diesen Post, da es wichtiger denn je ist, die Gesellschaft aufzuklären- nicht nur über Autismus an sich, sondern auch den merkwürdigen Behandlungen, die immer mehr Zuspruch bekommen.

  18. kiki0104 schreibt:

    Schrecklich!😦

  19. sabrinastolzenberg schreibt:

    Was ist für mich ABA? Ganz einfach: MIssbrauch, da Eltern ihre Macht nutzen, um den Kind beizubringen nicht es selbst sein zu dürfen! Darum habe ich den Hilfeschrei gerne rebloggt und werde ihn auch auf Facebook verbreiten😉

  20. MinDrago schreibt:

    rebloggt auf intelligenzbesite

  21. Pingback: Gegen Zwangskonditionierung am Menschen! | My Tinkerbaby

  22. KiezkickerDe schreibt:

    Hat dies auf ◄☠Kiezblo(g/ck) rebloggt und kommentierte:
    Danke, immer wieder nur Danke, dass du beim Thema ABA nicht nachlässt und es als das kennzeichnest, was es ist:
    Emotionaler Missbrauch von autistischen Kindern.

    Mir selbst fehlt die Kraft, mich dieser Lobby durch eigene Artikel entgegen zu stellen – aber ich kann die Gedanken anderer, die ich teile, zumindest weiter verbreiten.

  23. Pingback: Markierungen 02/14/2016 - Snippets

  24. reginewinkelmann schreibt:

    Hat dies auf früher war ich falsch… rebloggt und kommentierte:
    nicht aushaltbar und ohne Worte.

  25. Gerne geteilt. Was wir Eltern besuchen ist Unterstützung, keine Konzepte, wie wir unsere Kinder ‚ normal ‚ machen-also brechen!

  26. Reiner Sauer schreibt:

    Es gibt einen altbekannten Begriff dafür „Schwarze Pädagogik“. Der zugrunde liegende Rassenwahn kommt heute natürlich in einem modernen Gewand daher. Aber im Grunde ging und gehr geht es immer nur darum, „dem (Unmündigen Tier) Kind muss jeder Eigensinn ausgetrieben werden“, es soll ein williges und gehorsames Haustier werden, wie seine Eltern=Züchter.

    • quergedachtes schreibt:

      Hallo,

      genau das wurde als Argument gegen uns verwendet bei dem Treffen mit der Aktion Mensch. Pädagogik sei ja nun auch neu und nicht mehr „schwarze Pädagogik“ und man würde ja kein Kind in eine Schule schicken die sowas praktizieren würde.
      Schlußfolgerung von Prof. Röttgers:
      Also kreiden Sie bitte auch dem „neuen“ ABA nicht die „dunklen Zeiten“ an.

      Geschickt verdreht, oder?

      Grüße

      Aleksander

      • Reiner Sauer schreibt:

        Hallo zurück,
        das „Verdrehen“ oder „Hinbiegen“ ist ein Symptom der „Krankheit“.
        Menschen ohne Selbst haben große Angst vor dem „Selbst“ sein.
        Sie suchen Schutz in der Konformität. Ihre Gehirne sind im Kindesalter stecken geblieben, sie werden nicht mehr erwachsen. Das gilt für alle Haustiere!
        Sie verstehen unter Erwachsen sein = Konformität! Das Haustier kann ohne „Herrchen“ nicht mehr überleben und verhungert in Freiheit.
        Die Krankheit hat einen Namen: Stockholmsyndrom=Identifikation mit dem Agressor
        das geht bis zur totalen Selbstverleugnung=Selbsttötung. (Vernichtung des „Selbst“)
        = auch Verfolgung und Ausrottung Andersdenkender!
        Ein Problem ist auch die fortschreitende Gehirnschrumpfung von Haustieren, dadurch gehen überlebenswichtige Teile des Gehirns, die das natürliche Verhalten steuern verloren. (Ameiseneffekt, Ameisen brauchen die Konformität, den Staat, weil sie kein Gehirn haben, sie funktionieren nur im Staat und können als Individuen nicht Überleben und sich auch nicht Fortpflanzen.)
        Henry Miller beschrieb das Problem als Krieg des Kollektives gegen das Individuum. Hermann Hesse schrieb über den „gefährlichen“ Eigensinn. Es ist das Grundproblem der Zivilisation an sich. Der Mensch wurde Sesshaft und unterjochte alles natürliche Leben seinem Willen und ist ohne Zweifel dabei alles natürliche Leben weltweit zu vernichten.

      • Frido schreibt:

        Dem kann man nur antworten: Nein, die dunklen Zeiten sind NICHT vergangen, sondern ABA ist HEUTE Schwarze Pädagogik!

  27. Andreas Plefka schreibt:

    Ich bin in einer sehr grossen Notsituation, es betrifft quasi ABA, das quasi kann man eigentlich weglassen. Mein Name ist Andreas Plefka, ich bin 38 Jahre und Autist, kann mich bitte jemandn auf facebook kontaktieren, und/ oder mir sagen wie ich Aleksander Knauerhase kontaktieren kann? Es ist sehr sehr ernst und dringend.

  28. Haptain Cook schreibt:

    Irgendwie erinnert mich das an was…

    Stimmt, an die ganzen religiös verblendeten, die damals meinten, Homosexualität sei eine Krankheit, die heilbar ist.

    Oder an all die anderen fanatischen Vollidioten, die nicht verstehen, dass es einen Unterschied zwischen „angeboren“ und „anerzogen“ gibt.

    Angst vor dem Unbekannten… Solche Leute gehören dringend aufgeklärt, denn das einzige was gegen solch mental verstorbenen hilft ist Bildung…die dann hoffentlich irgendwann zu Akzeptanz führt.

    Ich will mit meinem Asperger nicht toleriert werden. Ich will akzeptiert werden.

    Und warum war eigentlich klar, dass es aus den USA stammt😉
    Das engstirnigste und faschistischste Land…Alles, was anders ist wird verfolgt.
    Zynisch, wo es doch selbst verfolgte waren, die dieses Land seinerzeit gegründet haben…

    Bottom Line: Bildung hilft.

  29. Hat dies auf PerlA – Peine erlebt Autismus rebloggt und kommentierte:
    Diesem Hilfeschrei schließen wir uns an

  30. Frau Anders schreibt:

    Danke für dein unermüdliches Engagement. Ich werde es in meinen Therapeutengruppen posten, da ist es auch bei den Menschen die unbedingt den armen Autisten helfen wollen und für die die vielen Fortbildungen ja auch abzielen sollen.

  31. fianox schreibt:

    Hat dies auf fialog rebloggt und kommentierte:
    Heute gibt es von mir keinen eigenen Post, sondern ich reblogge diesen, da die Gesellschaft diesem Thema mehr Aufmerksamkeit widmen sollte. Persönlich habe ich keine guten Erfahrungen mit Therapien gemacht und ich denke, dass sich das nicht nur auf ABA und Autismus beziehen lässt, auch wenn das ein großes Beispiel ist. Ich bitte meine Leser, sich kurz mit diesem Beitrag zu beschäftigen und ihn gegebenenfalls zu verbreiten.
    Danke.

  32. Angela Middlecamp-Sommer schreibt:

    Ich möchte auf das eingehen was Dario vorschlägt, nämlich eine langfristige Strategie. Mein Gedankengang ist folgender:
    Wenn ich als Mutter, Eltern, Angehöriger, Betroffener nun kein ABA möchte, auch nicht in versteckter Form, ich beantrage aber eine Hilfe (Eingliederungshilfe, Therapie, FED usw.), dann könnte ich doch dies in schriftlicher Form festlegen, daß ich kein ABA möchte.
    Müßte man da zum Notar?
    Könnten wir nicht gemeinsam an so etwas arbeiten? So daß es jeder als Vorlage benützen kann, wenn man bei einem Amt oder einer Beratung ist?
    Wir müssen uns zudem dringend an das Gesundheitsministerium wenden, hier liegt eine Gefährdung vor. Wo sind Juristen, die helfen wollen?
    Das Magazin der Süddeutschen Zeitung hat einen langen Artikel zum Thema Jugendämter in Deutschland.
    Der Titel lautet: Ausgeliefert. In fremden Händen. Die Autoren sind Katrin Langhans und Rainer Stadler. Vielleicht haben die Interesse an dieser Geschichte, die uns Alle seit Monaten (1 Jahr schon?) beschäftigt und extrem belastet.
    Wir sind doch Alle nicht damit einverstanden, daß so mit Autisten umgegangen wird. Wo bleibt der `Autistenschutz`. Wir sind doch auch nicht d`accord mit dem Artikel von Zeit online (`Nicht nett sein`). Doch nett sein, Autisten wollen auch freundliche Kontakte zu ihren Mitmenschen aufbauen.
    Ganz normal eben.
    Schrecklich diese Hand dieser Frau in dem Video, zwischendurch begann der Junge ein `stimming`, ein Hilfesignal, sie hat es einfach ignoriert! Was für eine unwürdige Dressur!

  33. Zarinka schreibt:

    „ABA wurde, im Ursprung, zur Heilung von homosexuellen Menschen entwickelt“

    >Entwurf eines Gesetzes zur Ahndung von Therapien mit dem Ziel der Änderung der sexuellen Orientierung bei Minderjährigen<

    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/128/1712849.pdf

    "In Deutschland bieten einige Organisationen Behandlungen Homosexueller mit dem Ziel der Änderung der sexuellen Orientierung der Betroffenen an, obwohl negative und schädliche Effekte solcher Behandlungen auf therapierte Personen wissenschaftlich nachgewiesen sind. Zu diesen zählen neben Ängsten u. a. soziale Isolation, Depressionen und erhöhte Suizidalität. Ein wissenschaftlich valider Nachweis für die behauptete Wirksamkeit derartiger Therapien existiert dagegen nicht. Der Staat hat nach Artikel 2 Absatz 2 des Grundgesetzes (GG) das Recht und die Pflicht, das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit zu schützen. Insbesondere ist der Staat bei der Gefährdung des Kindeswohls dazu verpflichtet, sein Wächteramt auszuüben (Artikel 6 Absatz 2 Satz 2). In der medizinischen Fachwelt wird Homosexualität seit Langem nicht als Krankheit, sondern als Teil der menschlichen Natur und eine menschenrechtlich geschützte Ausprägung der Persönlichkeit verstanden, die keiner Therapie bedarf.

    […]

    Die angesprochenen Therapien sind nicht nur unwirksam, sie gefährden auch die Gesundheit und im Einzelfall sogar das Leben. Und schließlich werden junge Lesben und Schwule oftmals durch ihre Eltern unter Druck gesetzt, ihre sexuelle Orientierung zu unterdrücken. Dieser Gesetzentwurf will das Anbieten und die Durchführung solcher Therapien an Minderjährigen deswegen untersagen."

    Autistische Kinder werden meiner Meinung nach doch eigentlich auch von "Anderen" unter Druck gesetzt…nämlich von Eltern die von „ABA zu Therapeuten ausgebildet werden sollen“ um bei ihrem autistischen Kind eine Änderung ihres autistischen Verhaltens zu erzielen:

    Hier müsste es eigentlich zu den angebotenen ABA Therapien auch heißen: „Die angesprochenen Therapien sind nicht nur unwirksam, sie gefährden auch die Gesundheit."

    Leider gibt es dahingehend jedoch kein Gesetz welches solche Vorgehensweisen ahndet…und wahrscheinlich wird es da wohl auch in naher Zukunft keines geben.

    "Wenn ich als Mutter, Eltern, Angehöriger, Betroffener nun kein ABA möchte, auch nicht in versteckter Form, ich beantrage aber eine Hilfe (Eingliederungshilfe, Therapie, FED usw.), dann könnte ich doch dies in schriftlicher Form festlegen, daß ich kein ABA möchte."

    Können wird man es vielleicht schon, aber ob es wirklich auch was bringt wage ich jetzt zu bezweifeln.

    Und was jetzt das „neue ABA“ angeht so fällt es mir persönlich recht schwer irgendeinen Unterschied zum „alten ABA“ zu erkennen…vor allen Dingen wenn ich solche Sätze wie diesen hier lese:
    “Es geht darum, dass die Kinder ihr gelerntes autistisches Verhalten vergessen und ein neues Verhalten erlernen”

    https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_P%C3%A4dagogik

    „Diese ersten Jahre haben unter anderem auch den Vorteil, dass man da Gewalt und Zwang brauchen kann. Die Kinder vergessen mit den Jahren alles, was ihnen in der ersten Kindheit begegnet ist. Kann man da den Kindern den Willen nehmen, so erinnern sie sich hiernach niemals mehr, dass sie einen Willen gehabt haben.“
    – Johann Georg Sulzer: Versuch von der Erziehung und Unterweisung der Kinder, 1748

    • Angela Middlecamp-Sommer schreibt:

      danke, an dem Gesetz (Umorientierung homosexueller Neigungen) könnte man sich entlanghangeln. Da muß ich mal nachdenken. Das ist evtl hilfreich für mein Vorhaben.

  34. Lothar Irrgang schreibt:

    Mir fällt dazu nur ein Wort ein: Psychoterror.

  35. laviolaine schreibt:

    Hat dies auf La Violaine rebloggt und kommentierte:
    Für mich als Mutter und Autistin sind solche Methoden absolut untragbar.
    Respekt und Akzeptanz dem Kind gegenüber derartig zu verwehren halte ich für alles andere – aber mit Sicherheit nicht für hilfreich und zielführend. Weder auf kurze, noch auf lange Sicht.
    Menschen müssen weg von dem Gedanken, Schwächen und nicht gesellschaftlich akzeptiertes Verhalten ausmerzen zu wollen. Stärken herausfinden und fördern. Ganzheitlich auf das Kind eingehen und verstehen lernen.
    Das ist es, was ich an ABA-Therapien (neu, alt, modern, oder ähnlich verwischende Bezeichnungen) absolut vermisse.

  36. Limopard schreibt:

    Mein Senf zu ABA:

    Ivar Lovaas wird eine Aussage zugeschrieben, die sinngemäß lautet: Man müsse erst einmal das Feuer löschen, bevor man dessen Ursache betrachtet.

    Dieser Analogie folgend, müsste ein Feuerwehrmann mit dem Wasserstrahl auf das brennende Transformatorenhäuschen losgehen. Oder auf das brennende Fritierfett.

    Gut, im Gegensatz zum ABA-„Therapeuten“ brächte sich der Feuerwehrmann selbst in Gefahr, wenn er die Ursachen und Besonderheiten des Feuers ignoriert.

    Und noch eine Bemerkung zur eher unsäglichen Gleichsetzung Autismus / Krebs. Wäre hier wirklich etwas dran – ABA zur Autismus verhielte sich wie ein Abdeckstift zum malignen Melanom. Voila, gar nichts mehr zu sehen!

  37. spiffpp schreibt:

    Hat dies auf Perspektiven rebloggt.

  38. blutigerlaie schreibt:

    Hat dies auf yowriterblog rebloggt und kommentierte:
    Ich habe überlegt, ob ich dies rebloggen soll. Denn einige Elemente von ABA wie positive Verstärkung, Verstärkerpläne, Löschung unerwünschten Verhaltens durch Nichtbeachtung und ein allgemeines Ziel, Autisten mehr Verhaltensspielraum in der allgegenwärtigen NT-Welt zu ermöglichen, sind ja nicht schlecht. Trotzdem würde ich die Methode so undifferenziert, nämlich rein behavioristisch, wie in den Videos gezeigt, niemals empfehlen. Manche Momente gehen in Quälerei über.
    Meine Gründe:
    – der Zeitrahmen. Optimalerweise die ganze Wachzeit soll genutzt werden. D.h. das Kind hat kein „Privatleben“, alles was es intuitiv macht, ist falsch und wird korrigiert. Was das mit dem Selbstwert macht? Es hat auch keine „Eltern“, denn die Eltern müssen immer im Sinne von ABA wachsam sein. Spontane unbedingte Zuneigung, was man so unter Elternliebe versteht? Gibt es dann nicht mehr. Auch Spielzeit und Zuwendung werden als Verstärker instrumentalisiert und also begrenzt.
    – Es gibt keinen Freiraum, kein Mitspracherecht des Kindes. Das Kind muß mitmachen. Es ist abhängig. Verbal wird nichts erklärt. Bei kleinen Kindern müssen stellvertretend die Eltern informiert werden, auch über Alternativen. Ab ca. 14Jahren, je nach geistiger Reife, muß ein Kind selbst einverstanden sein.
    – Verhaltenstherapeuten praktizieren nicht ohne Kenntnis der Organismus-Variable „O“, also dessen, warum ein Patient sein Verhalten zeigt, unter welchen genetischen oder erlernten Voraussetzungen, was er sich dabei denkt. Meistens beziehen sie dafür kognitive Variablen des Patienten mit ein. Das wird bei ABA ignoriert. Beispiele: wenn O Reizsensitivität heißt, das Kind Berührung als Schmerz empfindet, MUSS man darauf eingehen und dem Kind seine Schritte und Toleranz zugestehen. Sonst nennt sich das Ganze Folter. Oder ich nötige ein Kind mit Wegnahme einer beruhigenden Tätigkeit zu etwas, was ihm Angst (=O) macht. Passiert so in einer VT nicht, nur wenn ein Patient die Methode versteht und SELBST befürwortet, weil er eine Chance hat, durch Habituation oder Umdenken weniger Angst zu empfinden. Autisten sind gut erreichbar durch logische Argumente, aber dann kann man halt manche Dinge erst später angehen.
    – die Philosophie, soweit zitiert, besagt, ABA führe zum Umlernen, die Neuorientierung zu einer tieferen grundlegenden Änderung der inneren Disposition des Kindes. Nur: Autismus ist angeboren. Alles was erreichbar ist, ist bessere Anpassung auf beiden Seiten, niemals eine innere „Komplettheilung“. Sage ich als extrem gut angepasste Autistin.
    – die Philosophie, die scheinbar davon ausgeht, Autisten hätten bloß einen falschen Weg eingeschlagen oder suchten sich einen leichten Weg und die nicht bereit ist, von innen heraus zu verstehen, welche Gründe dahinterliegen. Daß z.B. eine andere Reizverarbeitung viel mehr inneren Streß und Not bedeuten, deshalb das Bedürfnis nach Abschottung und Struktur. Und wenn ich diese inneren Voraussetzungen leugne, vergrößere ich die innere Not. Zugunsten einer erzwungenen scheinbar erfolgreichen Anpassung. Der innere Zusammenbruch wird damit irgendwann umso wahrscheinlicher.

    • butterblumenland schreibt:

      Darf ich nachfragen, wie du deine Haltung „Löschung unerwünschten Verhaltens“ durch Liebesentzug = Nichtbeachtung und Verstärkerpläne, die auf der Limitierung von Dingen wie Essen, Spielzeug, Rückzugsmöglichkeiten und Zuwendung basieren, „sind nicht schlecht“ begründest?

      • blutigerlaie schreibt:

        Ja klar, und Hallo, Stoop. Löschung ist ein Terminus technicus. Er bedeutet nicht Liebesentzug, auch nicht kühles Umgehen oder so. Er bedeutet schlichtweg, daß einem singulären unerwünschten Verhalten keine Aufmerksamkeit gegeben wird, um es nicht mit Aufmerksamkeit (also nicht nur Lob, sondern auch Geschrei und Kritik sind in dem Sinne Aufmerksamkeit, wenn auch negative) zu verstärken. Man „übergeht“ also ein spezifisches Verhalten. (Und lobt ein anderes spezifisches erwünschtes Verhalten). So, wie wenn man ein schreiendes Kind im Supermarkt nicht anschreit, sondern erst mal läßt, solang keine Gefährdung da ist, und es dann unterstützt, wenn es sich wieder beruhigt. Liebesentzug ist was ganz anderes, Liebesentzug betrifft nicht ein Verhaltensitem, sondern das ganze Kind, und das fände ich grausam.

      • blutigerlaie schreibt:

        und ich schrieb ja explizit, daß essentielle Dinge wie Essen oder Aufmerkamkeit keine geeigneten Verstärker sind. Ich schrieb nur, daß Verstärkerpläne sinnvoll sind, also der gestufte Einsatz. Verstärker sollten „Zuckerl“ sein, die begehrt, aber nicht notwendig sind. Und die gibt man halt konsequent und nicht nach Lust und Laune, und das nennt man dann Verstärkerplan.

        • butterblumenland schreibt:

          „Löschung“ eines Verhaltens wird aber bei ABA anders definiert als im Rest der Welt. Aleksander hat da oben gerade ein Video eingefügt, das sich da wunderbar als anschauliches beispiel präsentiert.

          Verstärkerpläne wiederum sind allgemein ziemlich umstritten. Auch wenn sie in der Schule oder in der häuslichen Erziehung eingesetzt werden (sollen).

        • blutigerlaie schreibt:

          ok ich schrieb aus der „normal“VT Perspektive. Warum soll ich mir die klassischen Begriffe auch von ABA versauen lassen…

  39. Pingback: Aus dem Blog “quergedachtes” … Hilfeschrei! | vielmehrichblog

  40. Pingback: Hilfeschrei | Wolkenzähler

  41. nerdlichderelbe schreibt:

    Hat dies auf Nerdlich der Elbe rebloggt und kommentierte:
    Dressur von autistischen Menschen, es ist so widerlich. Wenn ich mir meinen Sohn in dieser Behandlung vorstelle, reagiere ich körperlich mit Ekel, schwitzenden Händen und Übelkeit. Und ich weiß von unserer Familie selber, dass es ja anders auch geht. Es ist halt nur nicht immer einfach.
    Wird hier nicht eine vermeintlich einfache Lösung für einen komplexeren Sachverhalt geboten im Sinne von „Was nicht passt, wird passend gemacht?“

  42. Angela Middlecamp-Sommer schreibt:

    Es gibt hier bei solchen Vorgehensweisen eine fatale Verwechslung: Stereotypien sind nicht gleich Zwänge. aber auch Zwänge sollte man so nicht angehen. Der autistische Mensch wird hier gar nicht verstanden.

  43. Meike Manzius schreibt:

    Lieber Aleksander,

    vielleicht können die Leute (Denise Linke) von dieser Zeitung ja auch helfen:

    http://nummer-magazin.de/

    Oder vielleicht macht es Sinn eine öffentliche Petition zu starten?

    Lieben Gruss

    Meike Manzius

    (Mutter eines 13 jährigen Autisten)

    >

    • quergedachtes schreibt:

      Hallo Meike,

      ich kenne Denise persönlich und wir stehen schon lange im direkten Austausch🙂 Sie gibt uns viel Rückhalt und unterstützt uns wo und wie sie kann🙂
      Eine öffentliche Petition ist viel Aufwand, dass können wir höchstens mittelfristig anstreben.

      Viele Grüße

      Aleksander

  44. atarifrosch schreibt:

    Mir fällt da so ganz spontan ein, daß man ja mal mit Bundestagsabgeordneten reden könnte. Sie machen ein Gesetz gegen Therapien bei Homosexualität? Gut! Dann haben sie das Grundproblem doch eigentlich schon verstanden. Und dann zeigt man ihnen mal so das eine oder andere der hier verlinkten Videos. Vielleicht fällt ja der Groschen.

    • quergedachtes schreibt:

      Die reden dann mit der ABA Lobby die ihnen Honig ums Maul schmiert. Und wem wird dann geglaubt? Den behinderten Autisten oder den Professoren und Doktoren die seit Jahrzehnten forschen und etwas „gegen das Leid der autistischen Kinder“ tun?

  45. Johannes Lewke schreibt:

    Hat dies auf Echt anders rebloggt und kommentierte:
    Man kann das, was bei ABA abläuft eigentlich schon als Missbrauch bezeichnen. Seit Jahren geschieht dort ein Unrecht an autistischen Kindern, dem wir entschieden begegnen müssen.

  46. atlantia7777 schreibt:

    Mir fällt vor allem die Unterscheidung auf, die augenscheinlich von beiden Lagern getroffen wird: behindert versus normal. Es gibt keine behinderten Menschen, sondern nur behindertes Denken. Da dürfen sich alle von uns, die das je gedacht haben, an ihre Nasen fassen. Das ist meine Spontanmeinung zu diesen Diskussionen. Das Menschenbild selbst ist auf diesem Planeten gestört… Es gibt auch keine sog. Krankheiten, sondern nur Heilungskrisen, die zum Anreiz dienen, an seinem verdrehten Denken zu arbeiten.
    Solange nicht jeder in sich geht und sein eigenes Denken über Mensch, GOTT und Welt überprüft und aussortiert, werden solche Kriege wie der hier dokumentierte weiter geführt werden müssen, als Spiegel des eigenen Inneren eines jeden Beteiligten.

  47. CaSi schreibt:

    Ich habe den Artikel und auch alle Kommentare hier gelesen und mir kommt ein Aspekt sowohl bei den ABA-Verfechtern als auch den Gegnern völlig zu kurz: Was ist eigentlich mit den Geschwisterkindern – sofern vorhanden? Geschwisterkinder haben es sowieso schon schwer, da oft genug die Aufmerksamkeit der Eltern vor allem auf dem behinderten bzw. autistischem (in diesem Fall) Kind liegt.

    Wie habe ich mir das denn vorzustellen, wenn „idealerweise ABA die gesamte Wachzeit“ angewendet werden soll? Wie viel Zeit und Aufmerksamkeit bleibt denn dann noch für das Geschwisterkind? Wie habe ich es mir vorzustellen, dass die Eltern mit dem autistischen Kind völlig anders umgehen als mit dem Geschwisterkind? Geht das oder verfestigt sich dann nicht vielleicht ein bestimmter „Erziehungsstil“, um das mal vorsichtig zu formulieren? Und wenn er sich nicht verfestigt, was bedeutet das dann für das Verhältnis der einzelnen Familienmitglieder zueinander, z.B. auch für das Verhältnis der Kinder zueinander? Können Eltern tatsächlich so „umschalten“, dass sie mit dem Geschwisterkind dann „anders“ umgehen, als mit dem autistischen Kind? Ich habe da ehrlich gesagt meine Zweifel, ohne das anhand von Studien belegen oder widerlegen zu können. Und da sind wir nicht mal an dem Punkt angelangt, wie ABA selber einzuschätzen ist.

    • Talyn schreibt:

      An die wird natürlich gedacht, die werden gleich mit zu thera- sorry Trainern „ausgebildet“.
      Ist gar nicht so sarkastisch, wie ich gehofft hab. Eher traurig. Ist auf jeden Fall so im Konzept, dass im Zweifel auch Geschwister die Methode erlernen.
      Unabhängig von der Zeit sollte kein Kind die Verantwortung für das seelische wohl eines Geschwisters tragen.

  48. Pingback: ABA – Gott oder Mammon? | Aspergiller – Aspergill & Asperger

  49. CaSi schreibt:

    Aleksander, du schreibst im Update, dass die Aktion Mensch Direktnachrichten an andere Twitteruser schickt. Auch, wenn ich die Haltung zu ABA teile. Da fehlt mir dann schon ein Beleg für (z.B. Screenshots der Direktnachrichten).

  50. Sandra Matteotti schreibt:

    Hat dies auf Denkzeiten rebloggt und kommentierte:
    Heute mache ich etwas, das ich sonst selten tue: Ich reblogge einen Beitrag eines Bloggerkollegen. Der Grund für diese Ausnahme ist, dass er alles gesagt hat, was ich dazu auch würde sagen wollen, die von ihm zusammengestellten Belege für sein Hilfs-Anliegen gut sind und ich dieses Anliegen von Herzen unterstützen möchte.

    Ich habe mir das Video angeschaut und fühlte mich in die Hundeschule zurückversetzt. Genau so mussten wir unsere Hunde erziehen. Auch die Aussage, man müsse autistischen Kindern ihr quasi falsch gelerntes Verhalten aberziehen, lässt mir die Nackenhaare auftsellen.

    Diese ganze „Therapie“ missachtet autistische Menschen in ihrem Sein, in ihrer Würde und in ihrem Recht auf ihre Persönlichkeit.

  51. Sandra Matteotti schreibt:

    Ich habe dich auf meinem Blog denkzeiten rebloggt, ich hoffe, das ist in Ordnung so.

    • quergedachtes schreibt:

      Natürlich. Vielen Dank für die Unterstützung🙂

      • Angela Middlecamp-Sommer schreibt:

        Leute, ich erlebe hier gerade den reinsten Horror. Hebephrenie soll es jetzt auf einmal bei meinem Sohn sein, keine Erklärung, einfach so gesagt bekommen. Kein Autismus – wurde mit ein `bißchen ADOS` getestet. Psychiatrie ist ein gefährlicher Ort für Nicht-Kanner Autisten. Und es ist nicht einmal nur das, `Nicht-Kanner` werden nicht ernstgenommen. Da ist kein Wille dazu da.
        Die Situation in Deutschland ist sehr deprimierend. Mein Sohn hat keine Hebephrenie, das läßt sich aber leichter abrechnen oder weiß der Teufel was hier gerade für eine Ungerechtigkeit geschieht! Hilfe!

  52. Zarinka schreibt:

    >>…dass Studenten angeheuert werden um als Co Therapeuten zu arbeiten.<>Download: Weitere Informationen und Kontakt (pdf)

    Das IFA plant weitere Frühförderprojekte für 3-4 autistische Kinder unter 6 Jahren und
    ihre Eltern durchzuführen. Bei Interesse empfehlen wir, dass die Eltern private Sponsoren
    motivieren, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Das IFA unterstützt die Familien auch bei
    der Antragsstellung zur Finanzierung durch das Sozialamt. Wichtig ist auch, dass jede Familie
    etwa 3-4 Studenten oder andere therapeutische Helfer für das Förderprogramm in der Familie
    gewinnen kann. Diese erhalten ein Intensiv-Training, führen 6 Monate lang ca. 5 Stunden
    wöchentlich angeleitete Therapie mit dem Kind durch und erhalten ein Zertifikat für ihre
    Ausbildung und Tätigkeit.<<

    Im letzten Jahr fand ich noch genau diesen Wortlaut in jener pdf…nun ist jedoch in der pdf nichts mehr davon zu lesen.

    Diese Privatuniversität (auf dessen Gelände sich das IFA befindet) scheint schon seit längerer Zeit ums Überleben zu kämpfen…da scheinen wohl alle irgendwie auf Spenden und Spender angewiesen zu sein.

    http://www.zeit.de/2014/09/jacobs-university-bremen-finanzierung

    "Zu viel, zu teuer, zu spät
    Forschen und lehren wollte die private Jacobs University Bremen als "Harvard an der Weser". Jetzt kämpft sie ums Überleben.

    Jetzt muss die Universität Studiengänge streichen, Professoren entlassen und bei der regionalen Wirtschaft um Stipendien und Forschungsaufträge bitten. Abends und am Wochenende wird in den Büros die Heizung ausgeschaltet, um Geld zu sparen. Es ist das Ende eines Traums vom "Harvard an der Weser", und es ist das Ende eines Traums von einer privat finanzierten Volluniversität in Deutschland.
    […]
    Seit ihrer Eröffnung im Jahr 2001 stand die Hochschule bereits mehrfach vor der Pleite und konnte nur durch Millionenzuwendungen des Landes Bremen und der Stiftung der Kaffeedynastie Jacobs überleben, deren Namen sie seit 2006 trägt.
    […]
    Es ist in Deutschland zweifellos schwer, privates Geld für Bildung zu mobilisieren, ohne die akademische Freiheit zu gefährden und ohne nur Reiche aufzunehmen. "Wir hatten auf mehr private Spender gehofft, die uns folgen", sagt Jacobs. "Das ist leider nicht passiert." "

    Meine persönliche Meinung zum Traum vom "Harvard an der Weser"….der reinste Albtraum!

  53. Winston Smith schreibt:

    Die Idee für diese „Therapie“ ist vermutlich auf die Erfahrungen mit der Skinner-Box zurückzuführen.

  54. Pingback: ABA und ein Brief an den WDR | Gedankenkarrussel

  55. Pingback: Linker-Fuß-Mensch | dasfotobus

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