Über diesen Blog

Dieser Blog ist eine Sammlung meiner oftmals quergedachten Sicht auf die Welt. Eine weitere Facette im Leben, ein anderer Standpunkt und der Versuch Begebenheiten des Lebens mit einem anderen Licht zu beleuchten.

Kern ist die Reihe „Autismus Quergedacht“. Mit den Texten die man dort nachlesen kann habe ich angefangen mich mit meinem Autismus auseinander zu setzen. Die Texte spiegeln meine Erlebnisse auf meinem Weg mich selbst und meinen Autismus zu verstehen.

Warum dieses Blog? Es gibt doch schon so viele die auch Autismus behandeln!

Ich finde es unheimlich wichtig, dass möglichst viele Sichten auf Autismus dargestellt werden. Jede Sicht ist anders, hat andere Schwerpunkte und einiges gleicht sich auch. So wie kein Autist dem anderen gleicht sind auch die Gedanken der Autisten die sie kommunizieren möchten immer andere, individuelle und besondere.

Wichtig ist mir deshalb folgender Hinweis:

Die hier veröffentlichten Texte drücken die Sicht des Autors oder ggf. des Gastautors aus. Eine Bedienungsanleitung wie Autisten funktionieren, oder wie man mit Autismus umgehen kann und soll wird es hier nicht geben. Einfach weil es keine ultimativ gültigen Aussagen zum Autismus treffen kann.

Wer wissen will was mich gerade so beschäftigt oder was ich der Welt in Kurzform mitzuteilen habe findet mich auf Twitter unter @Querdenkender. Ich freue mich sowohl hier wie auch auf Twitter auf einen regen Meinungsaustausch!

8 Antworten zu Über diesen Blog

  1. Georg Reischel schreibt:

    Wenn ich über meine „autistische Welt“ nachdenke, sehe ich einen zutiefst gewollten Autismus, der sich von Beginn an geschickt verschleiert hat. Aufgrund der Verschleierung wurde meine autistische Welt „sozialisiert“. Grob bedeutet dies, dass weder die soziale Umwelt noch ich selber die autistische Welt hinreichend wahrnimmt. Es liegt an einer sozial verträglichen Ersatzwelt, die es mir ermöglichte, in der sozialen Welt scheinbar normal zu sein, ohne dabei meine autistische Welt zu vernachlässigen. Ich begrüße heute meine „autistische Welt“. Erst in meinen vierziger Jahren kam ich auf die Idee, das meine sozialen Probleme prinzipieller Natur sind. Und mir wurde klar, daß ich mich aus der sozialen Welt schlicht raushalten muß. Gedanklich sind die Implikationen erschreckend, aber die entsprechenden emotionale Reaktionen sind nur im Ansatz vertreten. Die Erkennung meiner autistischen Welt erforderte jahrelange intensive „Geistesarbeit“ und in dieser Zeit war ich ein „Besessener“. Heute erkenne ich meine Art des Denkens als eine Spielart des Tagtraums, abgeleitet von einem realen Tagtraum, den ich spätestens seit der Pubertät alltäglich und unverändert „träume“. Im Allgemeinen bemerke ich meine „autistische Welt“ nicht. Ich kann beide Standpunkte (pos./neg.) bezüglich der autistischen Welt vertreten, weil sie mich nicht interessieren. Ich habe eine soziale Welt in mir als Vorstellung, die sich mit der tatsächlichen sozialen Welt verträgt. Doch diese soziale Ersatzwelt hat nur für mich einen Sinn, denn ich kann sie real nicht vertreten. Mein Autismus gründet allein auf den emotionalen Bereich, der sich nur als Ansatz zeigt. Ich kann keine Unzufriedenheit fühlen, weil alle Emotionen nur eine Vorstellung sind und nicht real oder tatsächlich. Meine autistische Welt ist reaktiv, aufrund seiner fortlaufenden Verschleierung. Gedanklich kann ich einen Autismus nicht als Gewolltes begründen. Wenn ich mich gelegentlich bewerte, in welcher Form auch immer, stehe ich vor einem Nichts. Gelegentlich habe ich mich in eine Gedankenwelt des Selbstmörders verloren. Und nach einer ¼ Stunde lachte ich darüber. Die soziale Ersatzwelt füllt mich durchaus aus, sodaß ich mir eine viertel Stunde lang die völlige Sinnlosigkeit meiner Existenz vorbeten konnte. Seit über fünf Jahren beschäftige ich mich mit einem einzigen Thema und zwar alltäglich (7 mal 365 Tage). Doch das Thema ist kein tatsächliches Interesse. Und ich habe auch kein tatsächliches Interesse daran, dass andere davon hören. Deswegen habe ich es ins Web gestellt und hoffe, dass einige Leute damit etwas anfangen können. Ob heute oder in zehn Jahren, egal. Mich wundert es gerade, dass ich diesen Text derart formuliert habe, dass ich ihn veröffentlichen kann. Auch ein Kriterium meiner autistischen Welt, die forlaufenden Neuformulierungen, denn diese bringen bei mir erst die Ideen, weil jede Neuformulierung nicht identisch zur Vorherigen ist.

  2. Georg Reischel schreibt:

    PS: Ich sage „autistische Welt“, was durchaus falsch sein kann. Ich bin für mich darauf gekommen und keiner weiß etwas davon.

  3. Vony Vanherp schreibt:

    🙂 Angst und Vorurteile brauchen wir als sogenannte normale Mitmenschen einfach hinwegzufegen. Mehr Mitgefühl und Mitverständnis dagegen. Wir lernen vieles von den sogenannten anderen/ Aspi- bzw. Asperger-Kranken. Sie sind viel klüger in mancher Hinsicht.🙂

  4. Elisabeth schreibt:

    Ich freu mich Dein Blog gefunden zu haben.
    Ich werde von Dir lernen
    viele Grüsse
    Elisabeth

  5. Auch ich freue mich über den Blog. Mein Sohn ist Aspergerautist. Auch habe ich mehrere Jahre mit autistischen Menschen gearbeitet. Zur Zeit schreibe ich an einer Arbeit über „Chancen der Sozialpädagogik in der Begleitung autistischer Menschen“. Danke!

  6. Doris schreibt:

    Hallo,
    ich finde vieles hier sehr interessant. Mein Sohn ist als atypischer Autist eingestuft. Eher Richtung Asperger. Vieles, was hier über ABA steht, kann ich nachvollziehen. Wenn man diese Therapieform aber so versteht, dass man mit Freude und Verstärkung und unter Nutzung der Stärken und Vorlieben seines Kindes dieses fördert und herausfindet, mit welchen Hilfen sein Kind lernen und sich in seiner Umwelt zurechtfinden kann, dann ist das gut. Eine einzelne Therapieform bietet meiner Meinung nach nicht das, was ein autistischer Mensch braucht. Erst die individuelle Kombination bringt Erfolg und Lebensqualität.
    Viele Grüße
    Doris

  7. autimom82 schreibt:

    Lieber Aleksander Knauerhase,
    Ich möchte mich erst mal bei Ihnen bedanken! Danke, dass Sie den Mut haben all diese persönlichen Einblicke in Ihr Leben niederzuschreiben, damit Nicht-Autisten, wie ich, ein besseres Verständnis für Autisten entwickeln können. Ich lese am liebsten über das Thema Autismus wenn es von Autisten geschrieben ist. Allerdings sind die Texte und Konzepte für mich „NTler“ oft schwierig zu verstehen. Aber Ihr Buch ist einfach klasse, sehr gut für uns Nicht-Autisten nachzuvollziehen und obwohl ich es noch nicht ganz durchgelesen habe, hat es mir schon sehr geholfen! Ich bin Mutter von zwei autistischen Jungs, einem Aspie (9 Jahre, wurde erst im Juni dieses Jahren frisch diagnostiziert) uns eines frühkindlichen Autisten (4 Jahre, wurde im Dez. 2015 diagnostiziert). Ich hatte vorher ehrlich gesagt keine Ahnung über Autismus. Blogs und Bücher wie Ihres haben mir sehr viel weitergeholfen meine Jungs besser zu verstehen und unsere Kommunikation zu verbessern. Ich ermutige meine Jungs zu ihrem Autismus zu stehen, es ist nichts für was es sich zu schämen gibt und eine Stimme für Autisten zu entwickeln. Ich hatte mich neulich an eine Lokalzeitung gewand um einen groben Einblick in das Leben mit Autismus zu geben und als ich meinen grossen Sohn fragte ob er dass denn gut finde sagte er:“ Ja. Weil nicht alle Autisten haben eine Mama die sich für sie einsetzt“. Das hat mich sehr stolz gemacht und ich hoffe, dass er selber in Zukunft sich eine Stimme und Gehör verschafft. Und ich bin sehr froh, dass er sich Leute wie Sie als Vorbild nehmen kann. Bitte machen Sie weiter so!
    LG autimom82

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