Trau, Schau, wem

 

Dieses geflügelte Wortspiel ist mir als erstes eingefallen nachdem ich mich heute früh dazu entschlossen habe ein wenig über Forschungsprojekte zu schreiben. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich für Forschung bin. Auch im Fachgebiet Autismus. Man sollte nur vorsichtig sein bei welchen Forschungsprojekten man mitmacht und ob die Forschungsziele für einen selbst vertretbar sind.

Ein Projektbeispiel

Heute früh begegnete mir auf Twitter ein Hinweis zu einer Autismusstudie des ZI Mannheim.

Machen wir nun ein kleines Experiment: Schauen Sie sich bitte den Flyer an ohne hier weiterzulesen. Fällt Ihnen etwas auf? Was denken Sie wenn Sie den Flyer lesen? Merken Sie sich bitte beides und lesen sie bitte erst danach hier weiter. Weiterlesen

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Einschläge von allen Seiten

Im Moment scheint es mir so, als wäre es Mode von allen Seiten auf das Thema Autismus einzuprügeln. Man bekommt – gefühlt – gar keine Atempause mehr zwischen den medialen und öffentlichen Einschlägen.

Zwar schon älter aber irgendwie jetzt auf meinem Radar erschienen ist ein dpa Artikel der u.a. bei T-Online  veröffentlicht wurde.

Ich möchte gar nicht auf die ganzen, fast schon gewohnten, Fehlinformationen darin eingehen. Was mich jedoch wütend macht ist folgende Aussage von Frau  Kamp-Becker:

Und man muss hier tatsächlich von “leiden” sprechen, da ist sich Inge Kamp-Becker von der Universität Marburg sicher. “Denn auch wenn vor allem im Internet vielfach eine Sichtweise propagiert wird, die Autismus als eine neue Form des Daseins beschreibt und die Symptome von autistischen Störungen ins Positive umformuliert, so bestehen in der Regel doch starke Schwierigkeiten, an der Gesellschaft teilzunehmen und sich zu integrieren.

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Im Dialog mit: Tilman Höffken von Auticon

Tilman Höffken, Pressesprecher von Auticon:

Ich bin mir bewusst, dass dieses Thema eines der sensibelsten und privatesten für jeden Menschen im Autismus-Spektrum ist. Und ich bin mir auch darüber bewusst, dass ich als Nicht-Autist dieses Thema nur als Außenstehender beurteilen und nachempfinden kann. Ich bin mir bewusst, dass dieses Thema umstritten ist: Autismus-„Comingout“.

Ich spreche eigentlich ungerne von einem „Comingout“, da für mich dieser Begriff einen fahlen Beigeschmack trägt. Er suggeriert, man habe eine Verpflichtung gegenüber „den Anderen“, etwas (die eigene sexuelle Orientierung, eine Krankheit oder eben Autismus) öffentlich machen zu müssen. Diese Verpflichtung hat niemand! Der öffentliche Umgang mit dem eigenen Autismus ist eine sehr persönliche Entscheidung, die einem niemand abnehmen kann und die gleichzeitig niemand fordern sollte. Weiterlesen

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Quergedachtes Live in Berlin

Wer mich kennt weiß, dass ich mich immer freuen wenn ich die Möglichkeit bekomme über Autismus aus Sicht eines Autisten zu berichten.

Im August ist es wieder soweit: In Berlin kann man mich treffen und sich über Autismus informieren und austauschen.

Am Sa den 16. August bin ich in den Räumen der Traumdisco Berlin zu Gast und informiere ab 10 Uhr über die autistische Wahrnehmung. Im Anschluss ist genug Zeit für einen intensiven Informationsaustausch rund um Autismus und wie ich ihn als Autist sehe und erlebe.

Zwei Hinweise noch zur Veranstaltung:

Bitte meldet Euch vorab für die Veranstaltung an, danke! Die Emailadresse findet Ihr in der  Einladung am Ende dieses Blogposts.

Wir bitten alle Teilnehmer um eine kleine Aufwandsentschädigung von 5 Euro pro Person.

Ich freue mich auf die Fragen und den Informationsaustausch :)

Aleksander

Einladung zu Quergedachtes Live in Berlin. Die Veranstaltung findet am 16.08 ab 10 Uhr statt. Veranstaltungsort sind die Räume der Traumdisco Berlin, Eichenallee 47 bis 53.

Einladung zu Quergedachtes Live in Berlin

 

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In einem Land vor unserer Zeit

Was ich gestern gehört und heute früh selbst gefunden habe ist nicht mehr schön. So unschön das man glauben könnte ich lebe hier in einem Land vor unserer Zeit. Und damit meine ich nicht einen süßen Animationsfilm für Kinder sondern eher  Zustände die mich an die graue Vorzeit erinnern.

Ich fange mal mit den Berichten aus der Praxis an:

Autisten sind gefährlich! Glaubt Ihr nicht? In einer Regelschule in Hessen scheint man das so zu sehen. Dort darf ein autistisches Kind in den Pausen nicht mit den anderen Kindern spielen. Ausnahme: Wenn der Schulbegleiter dabei ist. Die Begründung ist einfach: Das Kind ist gefährlich. Das wurde übrigens auch den anderen Kindern kommuniziert damit sie gar nicht erst auf die Idee kommen den kleinen Autisten zum Spielen zu animieren. Weiterlesen

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Autismus: Ein Kammerspiel

Für einen „Im Dialog mit…“ eignet sich das nachfolgende Gespräch leider nicht. Ich habe mich daher entschlossen ein kleines Kammerspiel (bitte nicht zu wörtlich nehmen) daraus zu machen. Seinen Ursprung hat es zum einen in einem Werbespot „I am Autism“ von Autism Speaks. Er erzeugt Angst und zeichnet ein dunkles Bild von Autismus. Für alle die kein Englisch verstehen habe ich hinter jedem Teil eine deutsche Übersetzung eingefügt. Die Erwiderung stammt von mir. Es ist die Sicht wie ich Autismus empfinde und sehe. Letztendlich stehen hier zwei Sichtweisen gegenüber. Es gibt in diesem Kammerspiel keinen Gewinner und keinen Verlierer. Am Ende steht die Neutralität. Ohne Angst, aber auch ohne Superheld mit Superkräften.

Aber kommen wir nun zum Platz des Geschehens. Wir befinden uns in einer gemütlichen Wirtschaft in der viele Menschen sitzen und sich unterhalten. Die Tür geht auf, und ein dunkel gekleideter eher kleiner Mann tritt herein. Er wendet sich an die Gäste und fängt mit dunkler aber klarer Stimme an zu sprechen:

I am autism. I’m visible in your children, but if I can help it, I am invisible to you until it’s too late. I know where you live.

Ich bin Autismus. Ich bin sichtbar in Euren Kindern, aber wenn es möglich ist bleibe ich solange für Euch unsichtbar bis es zu spät ist. Ich weiß wo Ihr wohnt

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Das Geschäft mit der Angst

Ich habe Angst. Angst vor Unwissenheit und davor von anderen dazu missbraucht zu werden ein schlechtes Gewissen zu erzeugen und damit Geld zu machen.

Aber ich fange wohl besser am Anfang der Geschichte an.

Seit vielen Jahren  ist es in Mode das reiche und prominente Menschen sich in „Charity“ üben. Es wird Geld gesammelt. Für die dritte Welt, für kranke Kinder, für eine bessere Welt und ja auch für Autismus. Nicht dass man mich falsch versteht:  Sich für Menschen einzusetzen denen es nicht gut geht ist eine gute Sache. Aber eben auch nur solange es den Menschen zu Gute kommt. Weiterlesen

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