Ein Problemfeld bei mir, und von anderen Autisten höre ich oft ähnliches, war mein Gefühl für den eigenen Körper. Es ist schwer zu beschreiben, er war da. Ich fühlte auch wenn etwas auf meinen Körper einwirkte. Aber ein richtiges Körpergefühl und das Bewusstsein für einzelne Körperteile war irgendwie nicht vorhanden. Es gab Zeiten, da bin ich ganz unfreiwillig mehrfach Täglich gegen Türrahmen, tief hängende Balken oder einfach nur Möbel gerannt. Besonders unangenehm und häufig hat das meine Zehen betroffen. Ich kann gar nicht mehr zählen wie oft ich mir den einen oder anderen Zeh an was auch immer gestoßen habe. Besonders unpraktisch dabei: Ich laufe zu Hause gerne Barfuß. Kurzum: Ich hatte so manches Mal das Gefühl das ich meine eigenen Körpermaße nicht wirklich kenne. Bei mir kommt noch folgendes Hinzu: Ich muss mich oftmals auf das Laufen konzentrieren. Bin ich abgelenkt, und das passiert bei Autisten durch den mangelnden Reizfilter ja fast dauerhaft, komme ich entweder ins Stolpern oder ich renne eben gegen massive Gegenstände weil ich mal wieder „vergessen“ habe, dass ich da rechts noch einen Arm, oben einen Kopf oder eben unten Füße der Schuhgröße 48/49 habe. Das waren dann immer schmerzhafte Momente die mich daran erinnerten, dass mein Körper doch etwas Fremdes für mich wahr und auch noch ist. Auf die Idee das man das auch ganz einfach mangelndes Körpergefühl oder Körperbewusstsein nennen kann bin ich nicht gekommen. Weiterlesen
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