Wenn Autisten ins Gas sollen und Twitter das nicht juckt

Eigentlich fehlen mir die Worte. Ich blogge trotzdem, was ich heute früh erlebt habe ist unter aller Sau (bitte verzeiht diese Ausdrucksweise) und macht mich wütend.

Alles fing heute früh mit einem Hinweis auf einen Tweet an:

Ein Tweet in dem gefordert wird "Autisten ins Gas"

Der Tweet spricht sicher für sich und kann in meinen Augen auch weder als Scherz oder unüberlegter Streich abgetan werden. Hier wird öffentlich gefordert das Autisten vergast gehören. Ich finde es schlimm das solche Aussagen mittlerweile anscheinend Salonfähig geworden sind und es als harmlos angesehen wird das Minderheiten, Religionen, Menschen mit einer Behinderung oder einfach nur andersdenkende schlicht vergast gehören. Das hatten wir schon einmal und aus Geschichte sollte man lernen. Weiterlesen

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Vortrag in Braunschweig

Am 15.o9. werde ich wieder einen Vortrag über die Stärken der autistischen Wahrnehmung halten. Das Ganze im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung von Auticon in Braunschweig.

Wer Interesse hat und die Möglichkeit zu kommen ist herzlich eingeladen am 15.09.  um 16 Uhr 30 in das Bistro der Lebenshilfe Braunschweig zu kommen. Auticon bittet um eine kurze Anmeldung.

Weitere Informationen und das Programm der Veranstaltung können hier eingesehen werden:

Einladung zur Eröffnungsveranstaltung

P.S.: Leser von meinem Blog, Twitteruser usw. dürfen mich übrigens auch ansprechen. Ich beiße nicht :)

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Trau, Schau, wem

 

Dieses geflügelte Wortspiel ist mir als erstes eingefallen nachdem ich mich heute früh dazu entschlossen habe ein wenig über Forschungsprojekte zu schreiben. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich für Forschung bin. Auch im Fachgebiet Autismus. Man sollte nur vorsichtig sein bei welchen Forschungsprojekten man mitmacht und ob die Forschungsziele für einen selbst vertretbar sind.

Ein Projektbeispiel

Heute früh begegnete mir auf Twitter ein Hinweis zu einer Autismusstudie des ZI Mannheim.

Machen wir nun ein kleines Experiment: Schauen Sie sich bitte den Flyer an ohne hier weiterzulesen. Fällt Ihnen etwas auf? Was denken Sie wenn Sie den Flyer lesen? Merken Sie sich bitte beides und lesen sie bitte erst danach hier weiter. Weiterlesen

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Einschläge von allen Seiten

Im Moment scheint es mir so, als wäre es Mode von allen Seiten auf das Thema Autismus einzuprügeln. Man bekommt – gefühlt – gar keine Atempause mehr zwischen den medialen und öffentlichen Einschlägen.

Zwar schon älter aber irgendwie jetzt auf meinem Radar erschienen ist ein dpa Artikel der u.a. bei T-Online  veröffentlicht wurde.

Ich möchte gar nicht auf die ganzen, fast schon gewohnten, Fehlinformationen darin eingehen. Was mich jedoch wütend macht ist folgende Aussage von Frau  Kamp-Becker:

Und man muss hier tatsächlich von “leiden” sprechen, da ist sich Inge Kamp-Becker von der Universität Marburg sicher. “Denn auch wenn vor allem im Internet vielfach eine Sichtweise propagiert wird, die Autismus als eine neue Form des Daseins beschreibt und die Symptome von autistischen Störungen ins Positive umformuliert, so bestehen in der Regel doch starke Schwierigkeiten, an der Gesellschaft teilzunehmen und sich zu integrieren.

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Im Dialog mit: Tilman Höffken von Auticon

Tilman Höffken, Pressesprecher von Auticon:

Ich bin mir bewusst, dass dieses Thema eines der sensibelsten und privatesten für jeden Menschen im Autismus-Spektrum ist. Und ich bin mir auch darüber bewusst, dass ich als Nicht-Autist dieses Thema nur als Außenstehender beurteilen und nachempfinden kann. Ich bin mir bewusst, dass dieses Thema umstritten ist: Autismus-„Comingout“.

Ich spreche eigentlich ungerne von einem „Comingout“, da für mich dieser Begriff einen fahlen Beigeschmack trägt. Er suggeriert, man habe eine Verpflichtung gegenüber „den Anderen“, etwas (die eigene sexuelle Orientierung, eine Krankheit oder eben Autismus) öffentlich machen zu müssen. Diese Verpflichtung hat niemand! Der öffentliche Umgang mit dem eigenen Autismus ist eine sehr persönliche Entscheidung, die einem niemand abnehmen kann und die gleichzeitig niemand fordern sollte. Weiterlesen

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Quergedachtes Live in Berlin

Wer mich kennt weiß, dass ich mich immer freuen wenn ich die Möglichkeit bekomme über Autismus aus Sicht eines Autisten zu berichten.

Im August ist es wieder soweit: In Berlin kann man mich treffen und sich über Autismus informieren und austauschen.

Am Sa den 16. August bin ich in den Räumen der Traumdisco Berlin zu Gast und informiere ab 10 Uhr über die autistische Wahrnehmung. Im Anschluss ist genug Zeit für einen intensiven Informationsaustausch rund um Autismus und wie ich ihn als Autist sehe und erlebe.

Zwei Hinweise noch zur Veranstaltung:

Bitte meldet Euch vorab für die Veranstaltung an, danke! Die Emailadresse findet Ihr in der  Einladung am Ende dieses Blogposts.

Wir bitten alle Teilnehmer um eine kleine Aufwandsentschädigung von 5 Euro pro Person.

Ich freue mich auf die Fragen und den Informationsaustausch :)

Aleksander

Einladung zu Quergedachtes Live in Berlin. Die Veranstaltung findet am 16.08 ab 10 Uhr statt. Veranstaltungsort sind die Räume der Traumdisco Berlin, Eichenallee 47 bis 53.

Einladung zu Quergedachtes Live in Berlin

 

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In einem Land vor unserer Zeit

Was ich gestern gehört und heute früh selbst gefunden habe ist nicht mehr schön. So unschön das man glauben könnte ich lebe hier in einem Land vor unserer Zeit. Und damit meine ich nicht einen süßen Animationsfilm für Kinder sondern eher  Zustände die mich an die graue Vorzeit erinnern.

Ich fange mal mit den Berichten aus der Praxis an:

Autisten sind gefährlich! Glaubt Ihr nicht? In einer Regelschule in Hessen scheint man das so zu sehen. Dort darf ein autistisches Kind in den Pausen nicht mit den anderen Kindern spielen. Ausnahme: Wenn der Schulbegleiter dabei ist. Die Begründung ist einfach: Das Kind ist gefährlich. Das wurde übrigens auch den anderen Kindern kommuniziert damit sie gar nicht erst auf die Idee kommen den kleinen Autisten zum Spielen zu animieren. Weiterlesen

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