Vision

Um etwas zu bewegen braucht es Menschen mit Visionen. Menschen die überlegen wie man etwas verändern kann. Menschen die sich trauen auch mal auf anderen Wegen zu denken. Und Menschen die diese Visionen leben.

Meine Vision:

In Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz Informationsveranstaltungen und Gesprächsrunden über Autismus anbieten.

Wie sieht sowas aus? In der ersten Gesprächsrunde in Berlin habe ich etwas über die autistische Wahrnehmung erzählt und mit einem selbst entworfenen Modell visualisiert.  Danach habe ich mich mit den Teilnehmern mehr als 2 Stunden über Autismus unterhalten. Fragen beantwortet, meine Sicht als Autist erklärt und bin auch bei brenzligen Themen wie Therapien nicht ausgewichen. Es konnte alle Fragen gestellt werden und die Bandbreite der Themen war, von der Zeit  abgesehen, grenzenlos. Ich habe gemerkt: Es ist wichtig, dass Autisten über Autismus berichten und informieren. Solche Gesprächsrunden holen interessierte Menschen dort ab wo Fragen bisher offen geblieben sind, sie berühren die Teilnehmer und bewegen etwas. Sie sind aber auch eine dringend nötige Alternative zu den bestehenden Informationsmöglichkeiten. Nur allzu oft wird Autismus nüchtern vom Menschen getrennt und es dominiert das Bild der Störung. Ein Autist ist aber mehr als Autismus, er ist ein Mensch. Das sollten wir bei allen Fragen rund um Autismus nie vergessen.

Ich habe eine Vision von Gesprächsrunden zu denen jeder kommen kann. Für die man nicht sehr weite Wege zurücklegen muss. Bei einer maximalen Anfahrt von 50 bis 75 Kilometer sind das aber auch ungefähr 30 bis 40 Orte an denen eine solche Gesprächsrunde stattfinden müsste. Das kann ich alleine nicht organisieren.

Und nun kommt Ihr:

Um einschätzen zu können ob meine Vision auch umsetzbar ist brauche ich Eure Hilfe.

In welchen Städten wünscht Ihr Euch eine solche Veranstaltung? Wohin soll ich kommen? Ich brauche auf jeden Fall Hilfe vor Ort. Könnt Ihr einen Raum organisieren in dem die Veranstaltung stattfinden kann? Habt Ihr die Möglichkeit die Gesprächsrunde auch bei Euch bekannt zu machen?

Wenn ich abschätzen kann wie groß die Nachfrage ist werde ich versuchen diese Tour der Gesprächsrunden zu finanzieren. Um die anfallenden Kosten (Bahn, Hotel) abzudecken werde ich, abhängig von Entfernung und Teilnehmerzahl, eine Teilnehmergebühr von 15 bis 25 Euro ansetzen müssen. Für 3 Stunden intensiven Informationsaustausch sollte das aber ok sein.

Ich versuche aber auch Sponsoren (Unternehmer, Deutsche Bahn, Hotelbetreiber und auch Privatpersonen) zu finden die meine Vision unterstützen möchten. Vielleicht liest hier ja schon jemand mit, der sich ein Sponsoring vorstellen könnte?

Ergänzungen:

Anbei ein paar Ergänzungen die durch Fragen in den Kommentaren entstanden sind.

Die Gesprächsrunden werden nicht kurz aufeinander stattfinden. Ich mache das ja in meiner Freizeit und so werden, je nach meinen zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten, nicht mehr als eine Gesprächsrunde pro Monat durchführbar sein.

Das Ganze wird sich sicher auch langsam entwickeln und braucht Planungszeit. Wenn ich, vielleicht mit einigen Ausnahmen, im Sommer 2015 damit anfange sollte das realistisch sein.

Zielgruppe sind primär am Thema Autismus interessierte Menschen. Die Gesprächsrunden sollen z.B. offene Fragen von Angehörigen nach einer Diagnostik beantworten. Eben auch weil diese oft mit der Diagnose allein gelassen werden und hier ein hoher Bedarf besteht.

Ich habe die geschätzte Teilnehmergebühr angepasst. Günstiger wird sich so ein Gesprächskreis wohl leider nicht realisieren lassen.

Für alle die beruflich mit Autismus zu tun haben biete ich professionelle Weiterbildungen und Vorträge an.

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Gedanken und Erkenntnisse

Eine Woche, 2 Tagungen, mehr als einen Meltdown, viele Erlebnisse und einige Erkenntnisse fürs Leben.

Zur Bundestagung in Dresden habe ich ja schon ausführlich geschrieben. Ich möchte an dieser Stelle eines betonen: Das sind meine subjektiven Eindrücke und Gefühle die ich verbloggt habe. Ich denke es ist keine Frechheit dies zu tun und es ist nicht feige. Ich stehe zu meinen Worten, ich bin als Urheber eindeutig identifizierbar.

Was mir immer noch in den Knochen steckt: Die zwei Meltdowns – vielleicht waren es auch drei – von denen einer so heftig war das er zum Shutdown wurde. Ich weiß jeder definiert dass anders, ich versuche mal zu beschreiben was da in mir vorging: Weiterlesen

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Der Autist in mir

Tag 1 nach der Bundestagung. Mir geht es schlecht. Deshalb ausnahmsweise mal ein Blogpost der wohl mehr Tagebucheintrag als Information über Autismus ist. Eigentlich sollte ich das hier gar nicht schreiben. Ich weiß das der eine oder andere von der Bundestagung das lesen könnte und ich bin mir auch im Klaren: Das hier passt nicht zum engagierten Autisten der freiberuflich Weiterbildungen über Autismus halten möchte. Aber das bin nun einmal ich. Ich kann es nicht ändern wenn mich deshalb der eine oder die andere nicht als Referent oder Dozent bucht. Weiterlesen

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De Kees is gesse

Ich habe die Bundestagung für mich mittlerweile abgebrochen. Nicht weil sie uninteressant ist sondern weil ich einfach am Ende mit meiner Kraft bin. Das waren sehr anstrengende Tage und ich habe gemerkt dass ich den Ausführungen nicht mehr wirklich folgen kann. Der Bericht vom heutigen dritten Tag wird also nicht so ganz ausführlich.

Hier geht’s zum Tag 1 und zu Tag 2

Ich greife mal vorweg: der zweite Vortrag von Prof. Dr. André Zimpel „Achtung Andersdenkende! Neuropsychologische Potenziale des Autismusspektrums als soziale Bereicherung“ war ein guter Gegenpol zum ersten Vortrag den Frau PD Dr. Kamp-Becker hielt. Zumindest der Anfang den ich noch mitbekommen habe. Kurz zusammengefasst vertritt er die Meinung, dass eine valide Diagnose Autismus, wenn sie aufgrund von organischen Merkmalen wie Genbesonderheiten erreicht wird, nicht anstrebenswert sein kann. In Ländern in denen ein Pränataltest zu Trisomie21 obligatorisch ist hat man mittlerweile das Gefühl, dass eine Facette verschwunden ist. Beruhend auf einer Abtreibungsquote von mehr als 90%. Eine nicht so valide Diagnose Autismus rettet also Leben. Recht hat er. Weiterlesen

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Ich glaab dir brennt de Kiddel!

Nun mein Bericht vom zweiten Tag auf der 14. Bundestagung von Autismus Deutschland e.V. (Tag 3 findet man hier)

Nachdem gestern ziemlich katastrophal für mich abgelaufen ist hatte ich an den zweiten Tag erst einmal wenig Anforderungen. Es konnte, so hoffte ich , nur besser werden. Und siehe da: Es wurde besser.

Ich kann hier nur für die Session sprechen in denen ich selbst gesessen habe. Insgesamt gab es ein Angebot von 24 Vorträgen am zweiten Tagungstag. Weiterlesen

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Karl mei Drobbe

Oder: Ein hessischer Autist auf der 14. Bundestagung von Autismus Deutschland

Ich bin tatsächlich nach Dresden gefahren. Zur 14. Bundestagung von Autismus Deutschland e.V. Und heute war dann der erste Tag. Ich sag es gleich vorab: Dieser Blogpost beinhaltet meine ganz persönlichen Erlebnisse und Eindrücke und ist somit streng subjektiv.

Links zu Tag 2 und Tag 3

Ich fange mal bei der Eröffnungsveranstaltung an. Diese war für 13:30 Uhr angekündigt, um 14 Uhr startete man dann endlich. Wohl weil man auf Frau Reinsch wartete die schon längst im Saal saß. „Hätte mal jemand rufen sollen: Ist hier jemand der Reisch heißt?“ Simpsons Fans hätten sicher gelacht. Aber zurück zu Ernst. Es dauerte nur wenige Sätze bis erklärt wurde, dass der nun spielende Cellist „von Autismus betroffen“ sei. Ich verdrehte die Augen und murmelte:“ Das macht mich sehr betroffen, warum sagen sie nicht einfach das er Autist ist?“ Das gefiel der Frau vor mir wohl gar nicht und sie drehte sich um und sagte „sowas solls geben“. Was sie mir damit sagen wollte? Keine Ahnung. Weiterlesen

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Emotionen die mir die Sprache verschlagen

Bei sehr starken Emotionen habe ich fast immer das Gefühl das ich sie nicht in angemessene Worte fassen kann. Bei positiven Emotionen finde ich das immer sehr schade, möchte ich doch andere an meinen Gefühlen teilhaben lassen. Bei negativem Gefühlswirrwarr ärgere ich mich. Mir verschlägt es die Sprache und oftmals bleibt mir dann nur ein Blogpost um wenigstens ansatzweise zu vermitteln was in mir vorgeht.

Könnt Ihr euch an „Autisten ins Gas“  erinnern? Auch bei mir hier im Blog wurde das teilweise noch als kindliches „Getrolle“ abgetan. Was ich heute in Twitter las hat mich, nach Gänsehaut, Tränen und Fassungslosigkeit an diesem Blogpost erinnert.

Denise Linke twitterte heute:

“Over 50 autistic children were murdered by their caregivers in the US since 2000. There’s no autism epidemic. But there’s a murder epidemic.“

Ich konnte es erst nicht wirklich fassen und fragte mal vorsichtig nach der Quelle. Sowas wollte ich mit eigenen Augen lesen. Weiterlesen

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