Den Körper spüren lernen

Ein Problemfeld bei mir, und von anderen Autisten höre ich oft ähnliches, war mein Gefühl für den eigenen Körper. Es ist schwer zu beschreiben, er war da. Ich fühlte auch wenn etwas auf meinen Körper einwirkte. Aber ein richtiges Körpergefühl und das Bewusstsein für einzelne Körperteile war irgendwie nicht vorhanden. Es gab Zeiten, da bin ich ganz unfreiwillig mehrfach Täglich gegen Türrahmen, tief hängende Balken oder einfach nur Möbel gerannt. Besonders unangenehm und häufig hat das meine Zehen betroffen. Ich kann gar nicht mehr zählen wie oft ich mir den einen oder anderen Zeh an was auch immer gestoßen habe. Besonders unpraktisch dabei: Ich laufe zu Hause gerne Barfuß. Kurzum: Ich hatte so manches Mal das Gefühl das ich meine eigenen Körpermaße nicht wirklich kenne. Bei mir kommt noch folgendes Hinzu: Ich muss mich oftmals auf das Laufen konzentrieren. Bin ich abgelenkt, und das passiert bei Autisten durch den mangelnden Reizfilter ja fast dauerhaft, komme ich entweder ins Stolpern oder ich renne eben gegen massive Gegenstände weil ich mal wieder „vergessen“ habe, dass ich da rechts noch einen Arm, oben einen Kopf oder eben unten Füße der Schuhgröße 48/49 habe. Das waren dann immer schmerzhafte Momente die mich daran erinnerten, dass mein Körper doch etwas Fremdes für mich wahr und auch noch ist. Auf die Idee das man das auch ganz einfach mangelndes Körpergefühl oder Körperbewusstsein nennen kann bin ich nicht gekommen. Weiterlesen

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Des Wahnsinns Kinder

Mir geht es im Moment nicht gut und daher wird dieser Blogpost wohl sehr kurz und knapp. Es ist mir aber wichtig etwas zu dem Thema zu schreiben.

Seit Jahren tauchen, bevorzugt aus Richtung USA, fast wöchentlich neue Ideen, Theorien und „wissenschaftliche“ Studien auf wer oder was nun an Autismus „schuld“ ist. Das fängt mit der MMR Impfung an, geht über Ernährungsfaktoren wie Gluten- oder eine Eiweißunverträglichkeit und hört bei Umweltfaktoren wie das Leben an belebten Straßen auf. Kurz gesagt: Wenn man danach geht müssten wohl mittlerweile 95% der Weltbevölkerung (keine wissenschaftlich belegte Zahl!) mindestens einem Risikofaktor für Autismus ausgesetzt sein. Da stellt sich dann die Frage: Warum ist die Mehrheit der neu geborenen Kinder nicht schon autistisch?

Dass ich mit dieser Suche nach „Schuldigen“ nicht viel anfangen kann habe ich hier im Blog schon beschrieben. Genauso fremd ist mir die Folge dieser Suche: Die Heilungsversuche.

Und hier wird es unbeschreiblich. Für jede Ursache gibt es, wie sollte es anders sein, natürlich auch eine Lösung. Gegen Impfschäden „hilft“ nicht zu impfen. Gegen Allergien „helfen“ Diäten. Gegen zu viel Straßenverkehr hilft umziehen in die Arktis.

Und was hilft gegen böse Bakterien die Autismus verursachen? Na, jemand eine Idee? Nein? Herzlichen Glückwunsch: Sie haben noch einen gesunden Menschenverstand.

Alle anderen haben eine Lösung gefunden: Bleichmittel töten Bakterien ab. Bakterien sind im Darm. Was macht man also neuerdings? Richtig: Man verpasst autistischen Kindern Einläufe mit verdünnten industriellen Bleichmitteln. Und weil der Darm zwei Enden hat: Von oben wird das auch eingeflösst.

http://scienceblogs.com/insolence/2012/05/25/selling-bleach-as-a-cure-for-autism/

Wie verzweifelt müssen Eltern sein?

Oder anders gefragt: Wer muss hier dringend behandelt und geheilt werden?

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Wenn Delfine wiehern, bellen und schnurren

Wenn man über Autisten und eine geeignete Therapie nachliest kommt man immer wieder mal auf das Thema Delfintherapie. Viele versprechen sich von dem Kontakt des Autisten mit Delfinen einen Erfolg. Es gibt sicher auch viele Beispiele wo dieser Fortschritt wirklich festzustellen ist und war. Nachteil bei der ganzen Sache: So eine Therapie kostet unheimlich viel Geld. Und sie ist, aus Sicht des Autisten gesprochen, mit vielen Anstrengungen und Belastungen verbunden. Da ist zum einen der Wechsel des täglichen Rhythmus. Viele Routinen können, zumindest während des Anreisetages, nicht durchgehalten werden. Dann der Kontakt zu den Tieren an sich. In den meisten Fällen wird er Autist wohl nicht wissen was da auf ihn zukommt. Demzufolge können solche Delfine, auch wenn sie für andere Menschen gänzlich ungefährlich sind, einem Autisten Angst einjagen. Sie sind eben nicht berechenbar in ihrem Verhalten. Dazu kommen dann noch die Therapeuten, die Umgebung und die ganze Aufregung in der begleitenden Familie. Eine Frage die sich mir immer gestellt hat: Müssen es Delfine sein? Weiterlesen

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Wenn Festhalten als ABArtig empfunden wird

Ich möchte nachfolgend exemplarisch auf zwei Therapieformen eingehen, die gerne bei Autismus empfohlen werden. Beide sind jedoch unter Autisten sehr umstritten und werden teilweise als massiv einschränkend empfunden. Das ist, ob der vermeintlich sichtbaren Erfolge der Therapien, oftmals für Außenstehende nicht nachvollziehbar. Ich versuche, ganz nach meinem Motto: Lernen durch Erklären, dass für alle nichtautistischen Menschen mal aufzuschlüsseln. Weiterlesen

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Therapie und der Wunsch die Welt zu verstehen

Wenn man mit dem Thema Autismus konfrontiert wird, dauert es in der Regel nicht lange, bis der Begriff Therapie auftaucht. Und genauso wie bei der Suche nach Gründen für Autismus schießen hier auch zahlreiche Angebote und Ideologien aus dem Boden die einem Autisten aus dem Haare raufen nicht rauskommen lassen. Das große Problem ist: Eltern sind erst einmal gehörig mit der Thematik überfordert. Sie wünschen sich ein normales Leben mit und für ihr Kind. Da klingen Therapieangebote die einem empfohlen werden natürlich erst einmal erfolgversprechend und sind schon fast der Rettungsring aus einer, von den Eltern oftmals als ausweglos empfundenen, Situation. Und wie es mit Rettungsringen und Notsituationen so ist: Man greift zu und ist froh das einem geholfen wird. Welchen Preis der Autist dafür bezahlen muss bleibt oft verborgen und wird, gerade ob den Erfolgen der Therapien, nicht gesehen. Nachfolgend möchte ich einen kleinen Einblick gewähren und aus Sicht des Autisten einmal aufzeigen warum so manch gut klingende Therapie evtl. nicht der goldene Weg ist. Weiterlesen

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Wenn Klassen reisen

Zur Schulzeit gehören auch Ausflüge. Mal kleinere, mal größere. Die einen freuen sich auf Klassenfahrten, für die anderen zu denen ich auch gehöre ist eine solche Reise purer Stress. Ich zumindest war immer froh, wenn ich wieder zu Hause war. Aber ich fange am besten von vorne an. Weiterlesen

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Literarisches Rätselraten

Wenn ich auf meine Schulzeit zurückblicke muss ich wohl unverhohlen zugeben: Die „Theory of Mind“  ist wirklich etwas, dass bei mir nicht funktioniert. Immer dann wenn es darum ging was andere, virtuelle, Menschen denken oder fühlen oder was ein Autor mir mit seinem Werk sagen wollte: Ich war überfordert.

Was wollte uns der Autor damit sagen?

Eine Frage die mich wohl noch bis zu meinem Tod begleiten wird. Eine Frage die mich schmerzt und innerlich zerreißt. Eine Frage die nur allzu oft, natürlich in abgewandelter Form, in Klausuren gestellt wurde. Weiterlesen

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